{"id":10854,"date":"2026-03-24T12:22:40","date_gmt":"2026-03-24T11:22:40","guid":{"rendered":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10854"},"modified":"2026-07-03T12:25:31","modified_gmt":"2026-07-03T10:25:31","slug":"mehr-druck-weniger-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2026\/03\/24\/mehr-druck-weniger-kinder\/","title":{"rendered":"Mehr Druck, weniger Kinder"},"content":{"rendered":"<h2>\u00a0Wie der Wettbewerb zwischen Eltern die Geburtenrate senkt<\/h2>\n<p>Eine neue <a href=\"https:\/\/www.brookings.edu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/5_Mahler_Tertilt_Yum_unembargoed.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> von Prof. Mich\u00e8le Tertilt, Ph.D., von der Universit\u00e4t Mannheim und ihren Kollegen Prof. Minchul Yum, Ph.D., und Dr. Lukas Mahler zeigt: Eltern w\u00fcnschen sich h\u00e4ufig mehr Kinder \u2013 doch entscheiden sich dagegen, weil sie das Gef\u00fchl haben, mit anderen Eltern und deren Investitionen in Bildung, F\u00f6rderung und Betreuung nicht mithalten zu k\u00f6nnen. Der Vergleich zwischen Familien tr\u00e4gt somit ma\u00dfgeblich zum weltweiten R\u00fcckgang der Geburtenraten bei.<\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr den Anstieg des Drucks ist laut Studie die wachsende Rolle von sozialen Medien \u2013 insbesondere sogenannter \u201eMomfluencer\u201c. Diese pr\u00e4sentieren auf Plattformen wie Instagram oder TikTok idealisierte Bilder moderner Mutterschaft: kreative Fr\u00fchf\u00f6rderung, selbstgekochtes Bio-Essen, perfekte Kinderzimmergestaltung.<\/p>\n<p>\u201eIn vielen L\u00e4ndern gilt es inzwischen als notwendig, viel Geld und Zeit in die F\u00f6rderung eines Kindes zu stecken, damit es mithalten kann. Das ver\u00e4ndert, wie Familien \u00fcber Kinder nachdenken \u2013 und wie viel Nachwuchs sie in Erw\u00e4gung ziehen\u201c, erkl\u00e4rt Tertilt. Der gesellschaftliche Druck auf Eltern f\u00fchrt demnach nicht nur zu Stress und finanzieller Belastung, sondern kann auch dazu beitragen, dass die Bev\u00f6lkerung langfristig schrumpft.<\/p>\n<p>Im Zentrum der Studie steht ein \u00f6konomisches Modell, das die Entscheidung von Familien simuliert, wie viele Kinder sie bekommen und wie viel Zeit, Geld und Energie sie jeweils investieren. Dabei zeigt sich: Je st\u00e4rker der soziale Vergleich, desto h\u00f6her der Investitionsdruck pro Kind \u2013 und desto geringer die Geburtenraten.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt wird das Modell durch empirische Analysen, die beispielsweise zeigen, dass in L\u00e4ndern, in denen sich Eltern besonders Sorgen um die Bildung der Kinder machen und viel eigenes Geld in Bildung investieren, die Geburtenraten besonders niedrig sind. Dazu geh\u00f6ren S\u00fcdkorea und die USA. Auch innerhalb der USA l\u00e4sst sich dieser Zusammenhang beobachten: In Regionen mit hoher sozialer Vernetzung ist die Kinderzahl besonders niedrig, selbst bei vergleichbaren Einkommen. Umgekehrt verzeichnen eher l\u00e4ndliche Regionen mit weniger intensivem Vergleichsverhalten und weniger Wettbewerb um Bildungschancen h\u00f6here Kinderzahlen, auch bei vergleichbarem Einkommensniveau.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Forschenden k\u00f6nnten politische Ma\u00dfnahmen, die den Vergleichsdruck im Bildungssystem reduzieren, dazu beitragen, dass Eltern sich eher f\u00fcr Kinder entscheiden. Dazu geh\u00f6ren etwa Reformen von Pr\u00fcfungen und der Ausbau \u00f6ffentlicher Bildungs- und F\u00f6rderangebote. Auch ein offener Diskurs dar\u00fcber, wie viel \u201eEltern-Investition\u201c sinnvoll und notwendig ist, k\u00f6nnte helfen, realistischere Erwartungen zu erzeugen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news863566\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Wie der Wettbewerb zwischen Eltern die Geburtenrate senkt Eine neue Studie von Prof. Mich\u00e8le Tertilt, Ph.D., von der Universit\u00e4t Mannheim und ihren Kollegen Prof. Minchul Yum, Ph.D., und Dr. Lukas Mahler zeigt: Eltern w\u00fcnschen sich h\u00e4ufig mehr Kinder \u2013 doch entscheiden sich dagegen, weil sie das Gef\u00fchl haben, mit anderen Eltern und deren Investitionen in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10854"}],"collection":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10854"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10855,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10854\/revisions\/10855"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}