{"id":10827,"date":"2026-01-13T11:11:29","date_gmt":"2026-01-13T10:11:29","guid":{"rendered":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10827"},"modified":"2026-01-14T12:21:56","modified_gmt":"2026-01-14T11:21:56","slug":"10827","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2026\/01\/13\/10827\/","title":{"rendered":"&#8230; ein Vater, zwei V\u00e4ter &#8211; Vaterschaftsanerkennung und -anfechtung im Bundestag"},"content":{"rendered":"<p>Das Kindeswohl muss weiterhin im Vordergrund stehen. Darin zumindest stimmten die Sachverst\u00e4ndigen\u00a0 bei einer Anh\u00f6rung im Rechtsausschuss \u00fcber den <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/029\/2102997.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesetzentwurf<\/a> der Bundesregierung \u201ezur Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Vaterschaftsanfechtung\u201c \u00fcberein . Die Karlsruher Richter hatten beanstandet, dass es einem leiblichen Vater bisher zu schwer gemacht wird, die einmal rechtskr\u00e4ftig anerkannte Vaterschaft eines anderen Mannes anzufechten. Im konkreten Fall war der rechtliche Vater seinen famili\u00e4ren Pflichten nicht mehr nachgekommen, trotzdem konnte der biologische Vater dessen Vaterschaft nicht mehr anfechten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-10828\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/pexels-mikhail-nilov-6963857-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"537\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/pexels-mikhail-nilov-6963857-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/pexels-mikhail-nilov-6963857-300x200.jpg 300w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/pexels-mikhail-nilov-6963857-768x512.jpg 768w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/pexels-mikhail-nilov-6963857-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/pexels-mikhail-nilov-6963857-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 537px) 100vw, 537px\" \/><\/p>\n<p>Neben dem &#8218;Kindeswohl&#8216; enthalte der Gesetzentwurf weitere unbestimte Rechtsbegriffe, die verschiedene Gerichte unterschiedlich auslegen k\u00f6nnten, au\u00dferdem f\u00fchre die M\u00f6glichkeit im Abstand von zwei Jahren die Gerichtsentscheidung der Nichtanerkennung \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen zu einer Unklarheit der Familienverh\u00e4ltnisse und verl\u00e4sslicher Beziehungen f\u00fcr die Kinder.<\/p>\n<p>Entscheidender ist f\u00fcr mich der Einwand von Henrike von Scheliha von der Bucerius Law School. Sie bedauerte, dass der Gesetzentwurf \u201edie Chance zu einer umfassenden Reform des Abstammungsrechts\u201c verpasse. Sie kritisierte ebenso wie andere Sachverst\u00e4ndige das Festhalten am Zwei-Eltern-Prinzip, das die M\u00f6glichkeit einer einvernehmlichen Mehrelternschaft ausschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Auch andere Aspekte wie die Auswirkungen des Sebstbestimmungsrechts und der vielf\u00e4ltigen Reproduktionsm\u00f6glichkeiten, es kann auch mehrere M\u00fctter geben, werden in dem Gesetzentwurf ausgeblendet.\u00a0Ich sehe in dem Gesetzentwurf einen Minimalkonsens der Koalition, um dem Urteil und den Fristen des Bundesverfassungsgerichts irgendwie gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Den von dir in dem Kontext formulierten grunds\u00e4tzlichen Fragen und Anforderungen wird der Entwurf nicht gerecht, was er vermutlich auch nicht will. Aus meiner V\u00e4terperspektive kommt noch hinzu, dass aus &#8218;pragmatischen&#8216; Gr\u00fcnden die Bedeutung des Vaters\/ der Vaterschaft von Anfang an relativiert wird und Ergebnisse der Bindungsforschung so gelesen werden, wie es in den Entwurf passt.\u00a0An dieser Stelle und der der Vielfalt mehrerer Elternschaft sehe ich den gr\u00f6\u00dften Handlungsbedarf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kindeswohl muss weiterhin im Vordergrund stehen. Darin zumindest stimmten die Sachverst\u00e4ndigen\u00a0 bei einer Anh\u00f6rung im Rechtsausschuss \u00fcber den Gesetzentwurf der Bundesregierung \u201ezur Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Vaterschaftsanfechtung\u201c \u00fcberein . 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