{"id":10817,"date":"2025-12-21T17:13:01","date_gmt":"2025-12-21T16:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10817"},"modified":"2026-01-11T17:18:12","modified_gmt":"2026-01-11T16:18:12","slug":"na-sowas-ausgerechnet-gut-gemeinte-frauen-netzwerke-koennen-ungleichheit-verstaerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2025\/12\/21\/na-sowas-ausgerechnet-gut-gemeinte-frauen-netzwerke-koennen-ungleichheit-verstaerken\/","title":{"rendered":"&#8230; na sowas: Ausgerechnet gut gemeinte Frauen-Netzwerke k\u00f6nnen Ungleichheit verst\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Frauen-Netzwerke gelten in vielen Unternehmen als zentrale Ma\u00dfnahme, um den Frauenanteil in F\u00fchrungspositionen zu erh\u00f6hen. Eine neue <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/01492063251390850\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> von Prof. Dr. Karin Kreutzer, Patricia Hein und Maikki Diehl zeigt: Ob solche Formate tats\u00e4chlich Empowerment f\u00f6rdern oder unbeabsichtigt bestehende Ungleichheiten verfestigen, h\u00e4ngt entscheidend von ihrer Gestaltung ab.<\/p>\n<p>\u201eViele Unternehmen wollen mit Frauen-Netzwerken Gleichstellung f\u00f6rdern. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese Initiativen schnell kontraproduktiv wirken k\u00f6nnen, wenn sie vor allem darauf abzielen, Frauen an bestehende \u2013 h\u00e4ufig m\u00e4nnlich gepr\u00e4gte \u2013 Praktiken anzupassen\u201c, erkl\u00e4rt Karin Kreutzer.<\/p>\n<p>Besonders kritisch bewerten die Autorinnen ein paradoxes Muster: Obwohl Unternehmen Gleichstellung betonen, reproduzieren sie durch bestimmte Netzwerkformate subtile Formen von Diskriminierung. In der Forschung wird dies als \u201ebenevolent sexism\u201c bezeichnet \u2013 eine scheinbar wohlwollende Haltung, die Frauen als schutzbed\u00fcrftige Empf\u00e4ngerinnen von Unterst\u00fctzung adressiert und kollektives Handeln eher bremst als st\u00e4rkt. Statt strukturelle Ungleichheiten zu hinterfragen, geraten Frauen so in die Rolle derjenigen, die sich an bestehende Macht- und Karrierelogiken anpassen sollen.<\/p>\n<p>Dies gilt umso mehr, wenn M\u00e4nner und V\u00e4ter nicht gleicherma\u00dfen als Subjekte im Gleichstellungsdiskurs angesehen werden und eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Carearbeit nicht thematisiert wird.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-10818\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauennetzwerke-1024x456.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauennetzwerke-1024x456.png 1024w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauennetzwerke-300x134.png 300w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauennetzwerke-768x342.png 768w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Frauennetzwerke.png 1420w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Die Studie zeigt au\u00dferdem, unter welchen Bedingungen Frauen-Netzwerke ihr Potenzial entfalten k\u00f6nnen. Erfolgreich sind sie insbesondere dann, wenn:<\/p>\n<ul>\n<li>sie auf konkrete Ergebnisse ausgerichtet sind statt auf symbolische Sichtbarkeit,<\/li>\n<li>sie zukunftsorientiert arbeiten und nicht vermeintliche Defizite adressieren,<\/li>\n<li>sie Hierarchien abbauen, sodass Frauen die Formate eigenst\u00e4ndig pr\u00e4gen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Netzwerke sind also keine Reparaturinstrument f\u00fcr individuelle Defizite, sondern k\u00f6nnen Katalysator f\u00fcr strukturellen Wandel sein. Voraussetzung ist jedoch, dass sie nicht als gut gemeinte \u201eHilfe\u201c verstanden werden, sondern als Raum, um diskriminierende Strukturen sichtbar zu machen und zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news863589\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen-Netzwerke gelten in vielen Unternehmen als zentrale Ma\u00dfnahme, um den Frauenanteil in F\u00fchrungspositionen zu erh\u00f6hen. 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