{"id":106,"date":"2006-09-24T10:45:31","date_gmt":"2006-09-24T08:45:31","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2006\/09\/24\/uber-das-korsett-der-mannlichkeit\/"},"modified":"2006-09-24T10:45:31","modified_gmt":"2006-09-24T08:45:31","slug":"uber-das-korsett-der-mannlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2006\/09\/24\/uber-das-korsett-der-mannlichkeit\/","title":{"rendered":"\u00dcber das &#8218;Korsett der M\u00e4nnlichkeit&#8216; &#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt\" class=\"c4\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">&#8230; schreibt <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.walter-hollstein.de\/\">Walter Hollstein<\/a> in der Wochenend Ausgabe der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.nzz.ch\">Neuen Z\u00fcricher Zeitung<\/a>. Ausgehend von den Unfall, Suizid- und Haftzahlen von\u00a0 &#8218;Buben und M\u00e4nnern&#8216; in der Schweiz weist er die feministische Kritik an der prinzipiellen Unterprivilegierung der Frauen und der \u00dcberprivilegierung der M\u00e4nner zur\u00fcck und bezeichnet Ihre weitere Aufrechterhaltung als &#8218;Ideologie-Stabilisierung statt Realit\u00e4tseinsicht&#8216;. Richtig ist seiner Meinung nach, &#8218;von einer m\u00e4nnlichen Hegemonie im Sinne einer partiellen Vorherrschaft von M\u00e4nnern zu sprechen. M\u00e4nner besetzen noch immer die meisten Machtpositionen in Wirtschaft, Politik, Kultur, Verwaltung, Kirche und Freizeitindustrie. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt\" class=\"c4\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Obwohl die weibliche Erwerbsquote nach wie vor steigt, liegt sie noch immer unter derjenigen der M\u00e4nner. Auch das weibliche Arbeitsvolumen ist geringer als das m\u00e4nnliche. Dementsprechend niedriger f\u00e4llt gesamtgesellschaftlich das weibliche Einkommen im Vergleich zum m\u00e4nnlichen aus. Ein entscheidender Grund daf\u00fcr ist die ungel\u00f6ste Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.&#8216; Nicht nur in der Schweiz &#8218;gilt es noch immer als Aufgabe der Frauen, die unterschiedlichen Lebenswelten von Familie und Erwerbst\u00e4tigkeit zusammenzubringen. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt\" class=\"c4\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Dass M\u00e4nner als V\u00e4ter hier ebenso sehr gefordert w\u00e4ren, wird selten zum Thema. Das traditionelle Arrangement f\u00f6rdert nach wie vor die Erwerbskarriere von M\u00e4nnern, die sich auf den emotionalen und reproduktiven R\u00fcckhalt ihrer Frauen und Familien verlassen k\u00f6nnen. Hier w\u00e4re endlich ein Perspektivenwechsel notwendig, der die M\u00e4nner in die Vereinbarkeitsfrage ebenso einbezieht wie die Frauen.&#8216; In der Familienpolitik sollte die traditionelle Arbeitsteilung der Geschlechter grunds\u00e4tzlich \u00fcberdacht werden. &#8230;<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt\" class=\"c4\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">&#8218;Der Leistungs- und Erfolgsaspekt ihrer M\u00e4nnlichkeit hindert M\u00e4nner auch selber daran, der eigenen Schwierigkeiten und Probleme gewahr zu werden. Es entspricht inzwischen dem Zeitgeist, M\u00e4nnlichkeit nur noch mit den negativen Assoziationen von Gewalt, Krieg, Naturzerst\u00f6rung, sexueller Bel\u00e4stigung und Missbrauch zu verbinden. Auch einstmals positive Qualit\u00e4ten von Mannsein werden mittlerweile gesellschaftlich umgedeutet. M\u00e4nnlicher Mut wird als m\u00e4nnliche Aggressivit\u00e4t denunziert, aus Leistungsmotivation wird Karrierismus, aus Durchsetzungsverm\u00f6gen m\u00e4nnliche Herrschsucht, aus sinnvollem Widerspruch m\u00e4nnliche Definitionsmacht und das, was einst als m\u00e4nnliche Autonomie durchaus hochgelobt war, wird nun als die m\u00e4nnliche Unf\u00e4higkeit zur N\u00e4he umgedeutet &#8230; mit verheerenden Folgen f\u00fcr die m\u00e4nnliche Identit\u00e4tsbildung von jungen M\u00e4nnern. &#8218;<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 6pt 0cm 0.0001pt\" class=\"c4\">Am Ende seines <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/2006\/09\/23\/il\/newzzESFNSSKG-12.html\">Artikels<\/a> verweist Hollstein auf die Politik der skandinavischen L\u00e4nder, die den M\u00e4nnern neue Wege aufzeigen, die sie gehen k\u00f6nnen. &#8218;<span style=\"font-size: 10pt; font-family: Verdana\">Dementsprechend wird in den skandinavischen Staaten seit mehr als zwanzig Jahren eine Gleichstellungspolitik gemacht, die sich auch so nennen darf, weil sie beide Geschlechter einbezieht, f\u00f6rdert und unterst\u00fctzt. Diese Praxis soll nun \u2013 unter der finnischen Ratspr\u00e4sidentschaft \u2013 f\u00fcr alle L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union verbindlich gemacht werden. Zu diesem Zweck findet im kommenden Oktober in Helsinki die EU-Konferenz \u00abMen and Gender Equality\u00bb (M\u00e4nner und Geschlechtergerechtigkeit) statt.&#8216;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; schreibt Walter Hollstein in der Wochenend Ausgabe der Neuen Z\u00fcricher Zeitung. Ausgehend von den Unfall, Suizid- und Haftzahlen von\u00a0 &#8218;Buben und M\u00e4nnern&#8216; in der Schweiz weist er die feministische Kritik an der prinzipiellen Unterprivilegierung der Frauen und der \u00dcberprivilegierung der M\u00e4nner zur\u00fcck und bezeichnet Ihre weitere Aufrechterhaltung als &#8218;Ideologie-Stabilisierung statt Realit\u00e4tseinsicht&#8216;. 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