{"id":10521,"date":"2023-02-27T21:58:39","date_gmt":"2023-02-27T20:58:39","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10521"},"modified":"2023-02-27T21:58:41","modified_gmt":"2023-02-27T20:58:41","slug":"kinder-brauchen-grossvaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2023\/02\/27\/kinder-brauchen-grossvaeter\/","title":{"rendered":"Kinder brauchen Gro\u00dfv\u00e4ter"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Generation der heutigen Gro\u00dfv\u00e4ter lag die Kindererziehung \nvielfach noch in den H\u00e4nden der Frauen. F\u00fcr die V\u00e4ter von damals hei\u00dft \ndas aber nicht, dass sie sich heute als Gro\u00dfvater wieder in die R\u00e4nge \nverweisen lassen. Der Altersforscher Eckart Hammer hat vor f\u00fcnf Jahren \nein Buch \u00fcber Gro\u00dfv\u00e4ter geschrieben. Im INterview mit der S\u00fcddeutschen \nZeitung hat er seinerzeit erkl\u00e4rt, warum ein Opa, der sich in die \nBetreuung der Enkel einbringt, nicht nur den Kindern n\u00fctzt, sondern auch\n sich selbst etwas Gutes tut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eHerr Professor Hammer, wenn es um Gro\u00dfeltern geht, ist h\u00e4ufig nur von der Oma die Rede. Warum kommen die Opas seltener vor?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfv\u00e4ter hatten mal eine Konjunktur Anfang des 19. Jahrhunderts. Da \ngalten sie als g\u00fctige Ratgeber, alte Weise im Lehnstuhl. Dann wurde \ndieses Bild allm\u00e4hlich verdr\u00e4ngt von der guten Gro\u00dfmutter. Der Mann \ngeriet in den Hintergrund, als der distanzierte, strenge Gro\u00dfvater, den \nman nicht anfassen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/EH-Gro\u00dfvater-sein-624x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10522\" width=\"312\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/EH-Gro\u00dfvater-sein-624x1024.jpg 624w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/EH-Gro\u00dfvater-sein-183x300.jpg 183w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/EH-Gro\u00dfvater-sein-768x1260.jpg 768w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/EH-Gro\u00dfvater-sein.jpg 1800w\" sizes=\"(max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Warum ver\u00e4ndert sich das jetzt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das hat auch mit der Entwicklung der Bev\u00f6lkerung zu tun. Gro\u00dfv\u00e4ter \nhaben heute so viel Zeit mit ihren Enkeln wie zu keiner Zeit zuvor. 1890\n haben zwei Drittel aller Kinder keine Gro\u00dfeltern erlebt. Heute liegt \ndas Durchschnittsalter, um Gro\u00dfvater zu werden, bei 56. Zugleich gehen \nviele Arbeitnehmer fr\u00fcher in den Ruhestand. Und beeinflusst durch die \n1968er-Jahre haben sie h\u00e4ufig auch den gleichen Anspruch, f\u00fcr ihre Enkel\n da zu sein, wie die Gro\u00dfmutter. Opas wollen Gleichberechtigung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diesen Anspruch durchzusetzen, ist aber manchmal gar nicht so\n einfach. H\u00e4ufig steht die Gro\u00dfmutter immer noch im Mittelpunkt, wenn es\n um die Versorgung der Enkel geht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das stimmt. Es geht darum, von Anfang an mitzumachen und nicht erst \nzu warten, bis die Kinder Fu\u00dfball spielen k\u00f6nnen. M\u00e4nner k\u00f6nnen auch \nwickeln. Das sollten sie selbstbewusst formulieren und vor allem \ndurchhalten. Wenn das Baby dann mal einen Mucks macht, darf man es eben \nnicht gleich in die Arme der Gro\u00dfmutter oder Mutter geben, sondern kann \nsagen: Nee, das mache ich jetzt. Was manchmal auch hilft, sind separate \nTage f\u00fcr Oma und Opa. So kann jedes Gro\u00dfelternteil seine eigene \nBeziehung zum Kind aufbauen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie bereitet man sich auf die Rolle als Gro\u00dfvater vor?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist gut, vorher dar\u00fcber nachzudenken: Wie viel m\u00f6chte ich tun? \nM\u00f6chte ich regelm\u00e4\u00dfig auf mein Enkelkind aufpassen? Au\u00dferdem sollte man \nnoch in der Schwangerschaft mit den k\u00fcnftigen Eltern besprechen, welche \nErwartungen sie haben. Die k\u00fcnftigen Gro\u00dfeltern d\u00fcrfen auch ehrlich \nsagen, dass man lieber nur einen Tag pro Woche oder nur ab und an \naufpassen m\u00f6chte. Ich rate auch, daran zu denken, dass die aktive \nGro\u00dfelternrolle nur eine Durchgangsphase ist. Wer nichts mehr macht \nau\u00dfer Opa zu sein, steht am Ende m\u00f6glicherweise mit leeren H\u00e4nden da, \nweil die Enkel gr\u00f6\u00dfer werden und nicht mehr so viel kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sich um Enkel zu k\u00fcmmern, ist ja auch anstrengend. Warum soll man sich das \u00fcberhaupt antun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele M\u00e4nner ist es der zentrale Ruhestandssinn. Sie haben da \nnoch einmal etwas, das sie zutiefst begl\u00fcckt. N\u00e4mlich dass da ein \nkleiner Mensch ist, f\u00fcr den man ganz wichtig ist. Der Sozialpsychiater \nKlaus D\u00f6rner hat einmal gesagt: \u201eJeder Mensch braucht seine Tagesdosis \nan Bedeutung f\u00fcr andere.\u201c Gerade f\u00fcr M\u00e4nner, die die Erziehung der \neigenen Kinder ihren Frauen \u00fcberlassen haben, ist es zudem eine gro\u00dfe \nChance. Sie k\u00f6nnen noch einmal Dinge erleben, wie auf dem Boden zu \nliegen, mit einer Eisenbahn zu spielen oder mit Sandkastenf\u00f6rmchen zu \nbacken. Eben alles, was man nur mit Kindern erleben kann und darf, es \naber aus anderen Gr\u00fcnden vers\u00e4umt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das klingt, als sei Opasein gut f\u00fcr die Gesundheit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unbedingt. Es gibt die vier \u201eL\u201c, die nachweislich daf\u00fcr sorgen, dass \nman im Alter l\u00e4nger gesund und fit bleibt: Das Lernen, also zum Beispiel\n neugierig zu bleiben wie ein Kind. Das Laufen, also die Bewegung, f\u00fcr \ndie Enkel ebenfalls sorgen, weil sie uns auf Trab halten. Das dritte \u201eL\u201c\n ist die Liebe, damit sind soziale Beziehungen gemeint: Gut eingebundene\n Menschen leben nachweislich l\u00e4nger. Und das vierte \u201eL\u201c steht f\u00fcr das \nLachen. Spa\u00df zu haben mit den Kindern und ihnen den Spielraum zu geben, \nden ein strenger Vater erst mal noch etwas M\u00fche hat, zu gew\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und n\u00fctzt es auch den Enkeln, wenn sich der Gro\u00dfvater aktiv einbringt, oder ist das egal \u2013 Hauptsache, Gro\u00dfeltern sind da?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein. Gro\u00dfv\u00e4ter sind ganz wichtige Partner f\u00fcr die Kinder \u2013 gerade in  einer so frauendominierten Erziehungswelt. Die Kinderg\u00e4rten und Schulen  sind ja zum Beispiel \u00fcberwiegend weibliches Terrain. Und es ist auch  immer noch so, dass die V\u00e4ter h\u00e4ufig mehr arbeiten als die M\u00fctter.  M\u00e4nnliche Bezugspersonen sind aber als zweiter Pol sehr wichtig f\u00fcr  Kinder.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/2023\/02\/27\/kinder-brauchen-grossvaeter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Quelle (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Generation der heutigen Gro\u00dfv\u00e4ter lag die Kindererziehung vielfach noch in den H\u00e4nden der Frauen. F\u00fcr die V\u00e4ter von damals hei\u00dft das aber nicht, dass sie sich heute als Gro\u00dfvater wieder in die R\u00e4nge verweisen lassen. Der Altersforscher Eckart Hammer hat vor f\u00fcnf Jahren ein Buch \u00fcber Gro\u00dfv\u00e4ter geschrieben. 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