{"id":10471,"date":"2023-01-13T11:52:56","date_gmt":"2023-01-13T10:52:56","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10471"},"modified":"2023-01-13T11:52:58","modified_gmt":"2023-01-13T10:52:58","slug":"sie-kommt-sie-kommt-nicht-sie-kommt-doch-die-vaterschaftsfreistellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2023\/01\/13\/sie-kommt-sie-kommt-nicht-sie-kommt-doch-die-vaterschaftsfreistellung\/","title":{"rendered":"\u2026 sie kommt, sie kommt nicht, sie kommt doch: die Vaterschaftsfreistellung"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine 14-t\u00e4gige Vater- bzw. Partner*schaftsfreistellung ist\nBestandteil der 2019 verabschiedeten Vereinbarkeitsrichtlinie der EU, stand bei\nallen Ampelparteien in den Wahlprogrammen und ist Bestandteil des\nKoalitionsvertrags. Das in der EU-Richtlinie verbindlich festgelegte Datum f\u00fcr\ndie Umsetzung war August 2022. Dies hat die Bundesfamilienministerin Lisa Paus\nverstreichen lassen. Ende November erkl\u00e4rte sie: Die zweiw\u00f6chige Freistellung\nnach der Geburt komme nicht mehr in diesem Jahr, aber 2024. Die wirtschaftliche\nLage sei derzeit schwierig, vor allem f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen. \u201eDeshalb\nm\u00f6chte ich dieses wichtige Vorhaben im n\u00e4chsten Jahr aufs Gleis setzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/pexels-pixabay-451853-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10472\" width=\"512\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/pexels-pixabay-451853-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/pexels-pixabay-451853-300x169.jpg 300w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/pexels-pixabay-451853-768x432.jpg 768w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/pexels-pixabay-451853.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Anfang Januar ist zu lesen, die Familienministerin rechne\nmit Blick auf die Einf\u00fchrung einer zweiw\u00f6chigen, bezahlten V\u00e4terauszeit mit\nAkzeptanz aufseiten der Arbeitgeber. \u201eIch gehe davon aus, dass die\nPartnerfreistellung von den Unternehmen angenommen wird\u201c, sagte Paus der\nDeutschen Presse-Agentur. Die Unternehmen w\u00fcrden sich jetzt schon \u201egro\u00dfe\nGedanken\u201c um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen &#8211; gerade auch \u201ein\neiner Zeit des Fachkr\u00e4ftemangels.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Erwartung hat sie auch vor dem Hintergrund einer vom\nBMFSJ in Auftrag gegebenen und kurz vor Weihnachten ver\u00f6ffentlichten Studie\nge\u00e4u\u00dfert. Dort hei\u00dft es unter anderem: F\u00fcr V\u00e4ter ist eine gelingende\nVereinbarkeit von Familie und Beruf ein sehr wichtiges Anliegen. Deutlich wird\ndas durch die Bereitschaft der V\u00e4ter, ihre Arbeitsstelle zu wechseln. Rund\n450.000 V\u00e4ter in Deutschland haben schon einmal den Arbeitgeber zugunsten einer\nbesseren Vereinbarkeit gewechselt. Und mehr als 1,7 Millionen V\u00e4ter denken\ndar\u00fcber h\u00e4ufig oder zumindest manchmal nach. Diese hohe Wechselbereitschaft ist\ngerade in den aktuellen Zeiten des Fachkr\u00e4ftemangels ein gro\u00dfes\nUnternehmensrisiko.<\/p>\n\n\n\n<p>Da m\u00fcssten doch eigentlich bei Unternehmen die Alarmglocken\nl\u00e4uten und die Vaterschaftsfreistellung, schon vorab auf freiwilliger Basis als\nInstrument zur Steigerung der Arbeitgeber*attraktivit\u00e4t, ein Mittel der Wahl\nsein. Aber denkste \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Quasi als Antwort auf die \u00c4u\u00dferungen der Ministerin\ngegen\u00fcber dpa ver\u00f6ffentlicht die FAZ einen Kommentar von Heike G\u00f6bel in dem sie\ndas Engagement von V\u00e4tern als \u201aFreizeit\u2018 diffamiert. \u201ePaus beruft sich auf eine\nEU-Vorgabe, doch diese w\u00fcrde Deutschland mit seinen ohnehin reichlichen\nUrlaubs- und Freistellungsregeln so wieder mal \u00fcbererf\u00fcllen. Die Kritik der\nWirtschaft perlt an Paus ab. Sie gehe davon aus, dass die \u201ePartnerfreistellung\nvon den Unternehmen angenommen werde\u201c, lie\u00df sie jetzt wissen. Zynischer geht es\nkaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wer gedacht hat, diese Missachtung von V\u00e4tern und\nM\u00fcttern lasse sich nicht steigern wird von Anke Heinrich eines Besseren\nbelehrt. In ihrem Beitrag f\u00fcr \u201aMarkt und Mittelstand\u2018 schreibt sie drei Tage\nsp\u00e4ter: \u201eStellen Sie sich vor, man gibt der Bundesfamilienministerin eine Aufgabe:\nDeutschlands Betrieben acht Millionen Arbeitstage im Wert von 1,8 Milliarden\nEuro zu stehlen, Jahr f\u00fcr Jahr. Und zwar ohne, dass es irgendetwas bringt. Im\nGegenteil, es soll sogar mehr Schaden als Nutzen anrichten als nutzen. Das\nklingt schwierig? Nicht f\u00fcr Lisa Paus. Wer wie die Gr\u00fcne 22 Semester studiert\nhat, um danach direkt Berufspolitikerin zu werden, dem f\u00e4llt das schon etwas\nein: Jeder Vater soll nach der Geburt zwei Wochen Extra-Urlaub bekommen \u2013\nnat\u00fcrlich bezahlt vom Unternehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie verpackt ihre menschenverachtende Polemik geschickt in\nFragen, die zweite lautet: \u201eHelfen die V\u00e4terwochen der Gesellschaft,\nfamilienfreundlicher zu werden? In der Antwort wird jetzt gegen V\u00e4ter\n\u201agekeilt\u2018: \u201eNein, denn wenn ein Vater keine zehn Urlaubstage mehr \u00fcbrig hat f\u00fcr\ndie Phase nach der Geburt seines Kindes, wird er auch mit zehn zus\u00e4tzlichen\nTagen wohl eher eine Kegeltour zum Ballermann unternehmen, als seiner Frau zu\nhelfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen und ihre vermeintlichen Helfer*innen, die auf einem derartigen Niveau polemisieren ist eigentlich nicht zu helfen. Norbert Walter, der ehemalige \u201aChefvolkswirt\u2019 der Deutschen Bank, hat dazu beim ersten Netzwerktreffen des Unternehmensnetzwerks \u201aErfolgsfaktor Familie\u2019 am 1. April 2008 in seiner Keynote zum Thema nachhaltige Familienpolitik in Unternehmen unter anderem angeregt, nicht st\u00e4ndig im Gegenwind zu arbeiten und zu predigen, sondern den Unternehmen, die der \u00dcberzeugung sind, Familienfreundlichkeit rechne sich nicht einen gl\u00fccklichen Untergang zu w\u00fcnschen. \u201aWir brauchen ja schlie\u00dflich auch Verlierer im Wettbewerb\u2019. Das gilt heute mehr als vor 15 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/2023\/01\/13\/sie-kommt-sie-kommt-nicht-sie-kommt-doch-die-vaterschaftsfreistellung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Quelle (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine 14-t\u00e4gige Vater- bzw. 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