{"id":10422,"date":"2022-10-31T19:43:54","date_gmt":"2022-10-31T18:43:54","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10422"},"modified":"2022-10-31T19:44:38","modified_gmt":"2022-10-31T18:44:38","slug":"mehr-zeit-mit-der-familie-fuer-vaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2022\/10\/31\/mehr-zeit-mit-der-familie-fuer-vaeter\/","title":{"rendered":"Mehr Zeit mit der Familie f\u00fcr V\u00e4ter \u2026"},"content":{"rendered":"\n<p>So lautete die \u00dcberschrift in dem Abschnitt &#8218;Eckpunkte f\u00fcr\neine zuk\u00fcnftige Familienpolitik&#8216; in dem Familienbericht, den die\nLandesregierung 2015 ver\u00f6ffentlichte. Dem Bericht zugrunde lagen die Auswertung\nstatistischer Daten, eine eigens durchgef\u00fchrte Familienbefragung sowie die\nErgebnisse verschiedener Workshops an denen Familien und Expert*innen sich\nbeteiligen konnten. Als letzte Veranstaltung fand im November 2014 unter der\n\u00dcberschrift \u201aVatersein in Siegen, Vater sein in NRW\u2018 ein Familiendialog an der\nUniversit\u00e4t in Siegen statt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Familienbericht_2015-764x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10423\" width=\"494\" height=\"662\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Familienbericht_2015-764x1024.png 764w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Familienbericht_2015-224x300.png 224w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Familienbericht_2015-768x1030.png 768w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Familienbericht_2015.png 994w\" sizes=\"(max-width: 494px) 100vw, 494px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier wurden bereits die Ambivalenzen und Widerspr\u00fcche\ndeutlich, mit denen V\u00e4ter und M\u00fctter, nicht nur in NRW, konfrontiert werden. \u201aV\u00e4ter\nsehen sich nicht mehr l\u00e4nger nur in der Rolle des Ern\u00e4hrers, sondern m\u00f6chten\nsich aktiv an der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder beteiligen. Bei der Familienbefragung\nf\u00fcr NRW haben 42 Prozent der V\u00e4ter erkl\u00e4rt, dass sie es ideal f\u00e4nden, wenn\nbeide Elternteile in gleichem Ma\u00dfe erwerbst\u00e4tig sind und sich um Haushalt und\nFamilie k\u00fcmmern.\u2018<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ursache \u2013 Wirkung &#8211; Kette\u2018 wird in dem Bericht\nfolgenderma\u00dfen beschrieben: Dies spiegelt die individuellen W\u00fcnsche der V\u00e4ter,\nmehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu k\u00f6nnen \u2013 stellt aber auch eine\nGrundvoraussetzung f\u00fcr eine erh\u00f6hte Erwerbst\u00e4tigkeit der M\u00fctter dar. \u201eEinspruch\nEuer Ehren\u201c w\u00fcrde es jetzt vor Gericht lauten. Hat doch die gleiche\nLandesregierung bei der Prognos AG wenige Jahre zuvor eine Untersuchung in\nAuftrag gegeben, wovon die Inanspruchnahme von Elternzeit in erster Linie\nabh\u00e4ngt. Als die wichtigsten Faktoren wurden identifiziert:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>die existierenden Kinderbetreuungsangebote<\/li><li>der Umfang der Berufst\u00e4tigkeit von Frauen und <\/li><li>die Einstellung zur Betreuung von kleinen\nKindern durch eine andere Person als die Mutter<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Insbesondere bei den beiden letzten\nKriterien liegt NRW weit zur\u00fcck. Dar\u00fcber hinaus konstatiert der Bericht: \u201adie\nim Bundesvergleich geringe Inanspruchnahme der Partnermonate beim Elterngeld\nbei den V\u00e4tern in NRW belegt, dass auch V\u00e4ter bei der Realisierung des von\nihnen gew\u00fcnschten Familienmodells auf Widerst\u00e4nde sto\u00dfen. \u2026 Dass viele V\u00e4ter\nhiermit unzufrieden sind, ist bei den Familiendialogen sehr deutlich geworden:\nV\u00e4ter erkl\u00e4rten, sie h\u00e4tten immer ein schlechtes Gewissen ihren Kindern\ngegen\u00fcber, und sie beneideten ihre Partnerin um die Zeit, die diese mit den\ngemeinsamen Kindern verbringen k\u00f6nne. Dazu passt, dass 24 Prozent der voll\nerwerbst\u00e4tigen V\u00e4ter bei der Familienbefragung f\u00fcr NRW den Wunsch nach einer Reduzierung\nihrer Arbeitszeit ge\u00e4u\u00dfert haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Gr\u00fcnden, warum sie es nicht tun, spielten\nfinanzielle Erw\u00e4gungen eine wichtige Rolle. \u00c4u\u00dferungen aus den Familiendialogen\nh\u00e4tten aber auch gezeigt, dass viele V\u00e4ter ihre Rechte im Hinblick auf eine\nTeilzeitt\u00e4tigkeit nicht kennen. Als Ziel wird an dieser Stelle im Bericht\nformuliert, die Entscheidungsspielr\u00e4ume f\u00fcr Eltern zu erweitern. Dazu \u201em\u00fcssen\ndie traditionellen Geschlechterbilder f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner so ver\u00e4ndert\nwerden, dass die wechselnden Phasen von Erwerbs- und Familienphasen nicht\nl\u00e4nger zu unterschiedlichen Erwerbschancen von Frauen und M\u00e4nnern f\u00fchren\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese mechanistische Sichtweise karikiert das an sich\nw\u00fcnschenswerte Ziel \u201aatmender\u2018 Lebensl\u00e4ufe von V\u00e4tern und M\u00fcttern. Verhalten\nund noch mehr Haltungen lassen sich nicht durch Anweisungen ver\u00e4ndern, sondern\ndadurch, dass V\u00e4ter und M\u00fctter andere Erfahrungen machen k\u00f6nnen, z.B. durch\nElternzeiten und Verantwortungs\u00fcbernahme in bislang \u201evernachl\u00e4ssigten\u201c\nBereichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier setze die Arbeit der 16 Kompetenzzentren Frau und Beruf\nan. Es gehe dabei auch um Strategien f\u00fcr eine bessere Vereinbarkeit von\nFamilie\/Pflege und Beruf, flexible \u00dcberg\u00e4nge zum Wiedereinstieg nach der\nElternzeit, aber auch bessere berufliche Entwicklungs- und\nAufstiegsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Frauen und die Gewinnung weiblicher Auszubildender\nin frauenuntypischen Berufen.<br>\nAlles gut und EU finanziert, aber was unternimmt die Landesregierung um V\u00e4tern\nneue Erfahrungen zu erm\u00f6glichen? Dazu ist im Familienbericht zu lesen: Mit\nihrem Portal \u201ewww.vaeter.nrw.de\u201cinformiert die Landesregierung \u00fcber\nWege zu einer aktiven Vaterschaft. Sie f\u00f6rdert au\u00dferdem eine Fachstelle f\u00fcr\nV\u00e4terarbeit. Zus\u00e4tzlich wird sie die Diskussion \u00fcber die Bedeutung von Vaterschaft\nst\u00e4rker in die Gesellschaft hineintragen. Ziele einer \u00d6ffentlichkeitskampagne\nsind deshalb u. a.: <\/p>\n\n\n\n<ul><li>die Attraktivit\u00e4t der Vaterrolle f\u00fcr M\u00e4nner zu\nsteigern,<\/li><li>die Sensibilisierung der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die\nmit dem Rollenwandel einhergehenden Anforderungen,<\/li><li>die Bedeutung einer aktiven Vaterschaft f\u00fcr die kindliche\nErziehung darzustellen und<\/li><li>die notwendigen Aushandlungsprozesse von Eltern zu\nbegleiten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Kampagne ist knapp 9 Monate nach der Ver\u00f6ffentlichung\ndes Familienberichts Ende Juni 2016 mit einer Plakataktion gestartet. Besonders\nwirksam war der Aufbau eines SocialMedia Auftritts bei Facebook, bei dem\nw\u00f6chentlich Erfahrungsberichte von V\u00e4tern publiziert wurden und der innerhalb\nweniger Monate mehr als 8.000 Follower hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits f\u00fcnf Monate vor dem Start der Kampagne fand der\nebenfalls im Bericht erw\u00e4hnte Familiengipfel statt. In der Erkl\u00e4rung ist u.a.\nzu lesen, \u201e\u2026 dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit M\u00fcttern und V\u00e4tern\ngemeinsam das Gespr\u00e4ch \u00fcber die unterschiedlichen Ausgestaltungsm\u00f6glichen der\nElternzeit suchen und den werdenden M\u00fcttern und V\u00e4tern Ansprechpartner zur\nBeratung und Beantragung des Elterngelds benennen, \u2026\u201c und weiter unten \u201e\u2026 dass\nArbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und\nihren Vertretungen in einer Kultur gegenseitiger Wertsch\u00e4tzung die\nInanspruchnahme der Elternzeit festlegen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das klang und klingt gut und w\u00e4re, wenn den Worten denn\nTaten gefolgt w\u00e4ren, echt innovativ gewesen, aber \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch der Kampagne ging schnell die Luft bzw. das Geld\naus und nach der Landtagswahl im Mai 2017, bei der eine Koalition aus CDU und\nFDP die bisherige Regierung abl\u00f6ste wurde auch die erfolgreiche Facebook Seite\nebenso wie das Portal vaeter.nrw in den neuen Auftritt der Landesregierung\n\u201eintegriert\u201c. Die besondere Ansprache der Zielgruppe und das\nKommunikationsdesign dem allgemeinen \u201aCorporate Design\u2018 untergeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fachstelle ist bis Ende 2018\nund mit einem halben Jahr Unterbrechung ab Juli 2019 die Gesch\u00e4ftsstelle der\nLAG-V\u00e4terarbeit weiterhin gef\u00f6rdert. Seit dem Familienbericht sind sechs\nFachtagungen zu V\u00e4terthemen gef\u00f6rdert worden, u.a. 2017 in Bielefeld \u201aBewegte\nZeiten f\u00fcr V\u00e4ter\u2018 und Olpe \u201aVater ist, was du draus machst!\u2018, 2019 in\nD\u00fcsseldorf \u201aEltern bleiben trotz Trennung\u2018 und 2021 online per Zoom \u201aLockdown\nals Chance? \u2013 Weichenstellungen f\u00fcr mehr v\u00e4terliches Engagement\u2018. <\/p>\n\n\n\n<p>Von den Veranstaltungen gingen\nwichtige Impuls aus und die Gesch\u00e4ftsstelle der LAG-V\u00e4terarbeit arbeitet\nkontinuierlich daran, die Weichen f\u00fcr v\u00e4terliches Engagement zu stellen. Als\nDienstleister f\u00fcr alle diejenigen, die in Familienbildung- und beratung, Kitas\nund Familienzentren Angebotejetzt schon Angebote f\u00fcr V\u00e4ter machen, aber auch\nals Lobbyist bei denen, die Rahmenbedingungen f\u00fcr v\u00e4terliches Engagement strukturell\ngestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Sinne sieht nicht nur die Landesregierung die\nArbeitgebenden als wichtige Akteure, wenn es um aktive Vaterschaft und eine\nUnternehmenskultur geht, in der die Bedarfe von V\u00e4tern respektiert und\n\u201emitgedacht\u201c werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Bericht \u201eFamilien gestalten Zukunft\u201c und insbesondere der Abschnitt \u201aMehr Zeit mit der Familie f\u00fcr V\u00e4ter\u2018 sind ein erster Meilenstein nicht nur auf dem Weg zu einer kontinuierlichen Familienberichterstattung, sondern auch im Hinblick darauf, wie ernsthaft das Ziel einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Carearbeit in der Landespolitik verfolgt und umgesetzt wird. In der Legislaturperiode 2017 bis 2022 ist kein weiterer Bericht erfolgt. Dieses Vorhaben steht nun auf der Agenda der neuen Landesregierung und die Krisen \u201aCorona\u2018 \u201aKrieg\u2018 und \u201aInflation\u2018 und ihre Auswirkungen auf V\u00e4ter, M\u00fctter und Kinder sind mehr als ein Anlass f\u00fcr die Schwerpunktthemen des neuen Berichts.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/2022\/10\/31\/mehr-zeit-mit-der-familie-fuer-vaeter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Quelle (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lautete die \u00dcberschrift in dem Abschnitt &#8218;Eckpunkte f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Familienpolitik&#8216; in dem Familienbericht, den die Landesregierung 2015 ver\u00f6ffentlichte. Dem Bericht zugrunde lagen die Auswertung statistischer Daten, eine eigens durchgef\u00fchrte Familienbefragung sowie die Ergebnisse verschiedener Workshops an denen Familien und Expert*innen sich beteiligen konnten. Als letzte Veranstaltung fand im November 2014 unter der \u00dcberschrift [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43,6,24],"tags":[91],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10422"}],"collection":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10422"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10422\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10425,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10422\/revisions\/10425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10422"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10422"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10422"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}