{"id":10399,"date":"2022-09-29T10:42:56","date_gmt":"2022-09-29T08:42:56","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10399"},"modified":"2022-09-29T10:42:58","modified_gmt":"2022-09-29T08:42:58","slug":"die-meisten-erkennen-mittlerweile-den-mehrwert-dieses-ansatzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2022\/09\/29\/die-meisten-erkennen-mittlerweile-den-mehrwert-dieses-ansatzes\/","title":{"rendered":"\u2026 die meisten erkennen mittlerweile den Mehrwert dieses Ansatzes"},"content":{"rendered":"\n<p>Interview mit Gregor Keiner<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du bist schon lange in der Geburtsvorbereitung f\u00fcr V\u00e4ter t\u00e4tig.\nWie war der Blick darauf, als du mit dieser Arbeit begonnen hast?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ich habe damit angefangen 2004. Also das ist jetzt\nwirklich 18 Jahre her. Das hei\u00dft, die Geburtsvorbereitung ist jetzt endlich\nvollj\u00e4hrig. Wir haben damals ein Projekt gestartet, noch mit Martin Verlinden\nim Sozialp\u00e4dagogischen Institut. Es gab schon ein bisschen Geburtsvorbereitung\nf\u00fcr V\u00e4ter, die war unstrukturiert, noch nicht wirklich aufgearbeitet, auch\nnicht evaluiert. Und salopp w\u00fcrde ich jetzt sagen, dass man die V\u00e4ter in der\nRegel davon \u00fcberzeugen musste, an diesen Stunden teilzunehmen, weil die selber\nwenig davon geh\u00f6rt hatten, und wenig Ideen hatten im Zusammenhang mit der Geburtsvorbereitung.\nDie war und ist weiblich konnotiert und die V\u00e4ter kamen da \u00fcberhaupt nicht vor.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Screenshot_20210823-111317_Gallery-953x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10400\" width=\"415\" height=\"446\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Screenshot_20210823-111317_Gallery-953x1024.jpg 953w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Screenshot_20210823-111317_Gallery-279x300.jpg 279w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Screenshot_20210823-111317_Gallery-768x826.jpg 768w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Screenshot_20210823-111317_Gallery.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die V\u00e4ter konnten dann in der Regel mit dem Angebot super\nviel anfangen, waren im Nachhinein sehr \u00fcberrascht, fanden das toll, waren aber\nsozusagen von der Erwartungshaltung mehr auf so technische Dinge eingestellt,\ndie eine Geburt mitbringt: wie atmen, Stellungen einnehmen, Frau unterst\u00fctzen,\ndas war so der Fokus. Und die eigenen Themen, die eine Rolle spielten, waren\nselten Gegenstand. Es waren eher die Erwartungsfragen, die wir damals an die\nV\u00e4ter gerichtet haben. Im Nachhinein war das Feedback aber h\u00e4ufig so, dass da\nder Wunsch ge\u00e4u\u00dfert wurde, sich mehr unter V\u00e4tern zu treffen, dass der Fokus\nauf die eigene Befindlichkeit w\u00e4hrend des Geburtsvorgangs als hilfreich\nempfunden wurde. Also auch solche Fragen, wie: Was kann ich machen, wenn es mir\nzu viel wird? Wo bleibt meine eigene Unversehrtheit? Und so weiter. Und es war\nauch h\u00e4ufig dieser Aspekt: Wir sind ja M\u00e4nner. Wir werden V\u00e4ter. Wenn das Kind\nauf der Welt ist, dann wird es f\u00fcr uns viel interessanter. Da bestand viel\nBedarf, dazu mehr Informationen zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also wie baue ich eine gute Beziehung auf? Wie gehe ich mit\ndem Kind um, wenn meine Frau das eigentlich viel mehr f\u00fcr sich vereinnahmt? Wie\nregle ich das mit dem Arbeitgeber? Damals war das Elterngeld und die Novelle\ndes Gesetzes gerade neu, aber noch nicht so differenziert, wie wir es jetzt\nhaben. Also da gab es viel Beratungsbedarf in die Richtung f\u00fcr die Zeit nach\nder Geburt. Was V\u00e4ter f\u00fcr sich tats\u00e4chlich als Thema dann begriffen hatten. Ich\nkann mich erinnern, dass ich auch bei Hebammen viel \u00dcberzeugungsarbeit leisten\nmusste, weil das in dem Feld damals noch nicht \u00fcblich war und manchmal sogar\nauch als Angriff verstanden wurde, dass da jetzt M\u00e4nner kommen und in ein\nweiblich konnotiertes Feld hineinarbeiten wollen. Also das war auch immer viel\n\u00dcberzeugungsarbeit, dann meinen Standpunkt zu erkl\u00e4ren und meinen Ansatz und\nden Nutzen, der nat\u00fcrlich ein riesengro\u00dfer Synergieeffekt ist, darzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich fand es dann spannend, als dann die Familienhebamme\nquasi \u201egeboren\u201c wurde und sich dann auch \u00fcber die fr\u00fchen Hilfen, die damals eingef\u00fchrt\nwurden, das Thema Gewaltpr\u00e4vention auch auf dem Plan stand. Ich habe versucht,\nda wissenschaftlich so ein bisschen mehr zu argumentieren und die\nGeburtsvorbereitung auch als Gewaltpr\u00e4vention zu etablieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe versucht, den Kurs auch unter verschiedenen\nAkzenten zu differenzieren: bildungsgewohnte V\u00e4ter, V\u00e4ter mit\nMigrationshintergrund, V\u00e4ter aus sozial schw\u00e4cher strukturierteren Familien,\nV\u00e4ter in der Stadt, auf dem Land und so weiter. Das war allerdings nur bedingt\nm\u00f6glich, weil vor allem bildungsgewohnte V\u00e4ter Zug\u00e4nge zur Geburtsvorbereitung hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was hat sich seitdem ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem ist es das Selbstverst\u00e4ndnis, das sich sehr stark\nver\u00e4ndert hat und das in zwei Richtungen. Auf der einen Seite gibt es ein\nUmdenken. Die neuen V\u00e4ter, die sich ja mittlerweile fragen, ob sie nicht\nvielleicht auch neue M\u00fctter br\u00e4uchten, die sind ja damals \u201eerfunden\u201c und haben\nsich ja auch weiterentwickelt. Nicht nur zahlenm\u00e4\u00dfig, wir wissen es von den\nganzen Untersuchungen, neben den ganzen Bekunden mehr Carearbeit machen zu\nwollen, gibt es ja tats\u00e4chlich auch V\u00e4ter, die dies machen. Und auf der anderen\nSeite, das habe ich immer wieder festgestellt, es ist wichtig, wenn Politik\nRahmenbedingungen schafft, die Gesellschaft aufgreifen kann. Und durch die\nVer\u00e4nderungen des Elterngeldes in vor allem der Elternzeit ist tats\u00e4chlich das\nBed\u00fcrfnis der stillen Gruppe der V\u00e4ter, die sich gerne auch mehr engagieren,\ngetroffen wurden. Und es waren diese beiden Bewegungen, die dazu gef\u00fchrt haben,\ndass das Thema mittlerweile selbstverst\u00e4ndlich ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein Kurs ist im letzten Jahr auch in einem Fernsehfeature aufgenommen\nworden. Und es wurde immer wieder bekr\u00e4ftigt, ja, das ist eine super Sache.\nWarum gibt es das eigentlich so wenig? <\/p>\n\n\n\n<p>Die V\u00e4ter melden sich heute selbst an. Wir haben keinen Kurs, der auch nur einen Platz frei h\u00e4tte. Es gibt einen Riesenbedarf, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, weil immer mehr verstanden wird, dass diese ganzen \u201eweichen\u201c Themen wie Bindungen, Beziehungen aufbauen, Regulation, Gesundheitspr\u00e4vention einfach eine gro\u00dfe Bedeutung haben. Es gibt mittlerweile ein un\u00fcbersichtliches Angebot an B\u00fcchern, Ratgebern, Podcasts und Sendungen, die Geburtsvorbereitung f\u00fcr V\u00e4ter hat vor diesem Hintergrund an Bedeutung gewonnen und ist zu einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden, zumindest in der Stadt Was mich sehr freut.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/2022\/09\/26\/die-meisten-erkennen-mittlerweile-den-mehrwert-meines-ansatzes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"weiterlesen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Gregor Keiner Du bist schon lange in der Geburtsvorbereitung f\u00fcr V\u00e4ter t\u00e4tig. Wie war der Blick darauf, als du mit dieser Arbeit begonnen hast? Ja, ich habe damit angefangen 2004. Also das ist jetzt wirklich 18 Jahre her. Das hei\u00dft, die Geburtsvorbereitung ist jetzt endlich vollj\u00e4hrig. 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