{"id":10356,"date":"2022-05-15T14:59:32","date_gmt":"2022-05-15T12:59:32","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10356"},"modified":"2022-05-27T15:02:59","modified_gmt":"2022-05-27T13:02:59","slug":"perspektiven-zukuenftiger-vaeterpolitik-in-nrw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2022\/05\/15\/perspektiven-zukuenftiger-vaeterpolitik-in-nrw\/","title":{"rendered":"Perspektiven zuk\u00fcnftiger V\u00e4terpolitik in NRW"},"content":{"rendered":"\n<h3>Einsch\u00e4tzung der Stellungnahmen der Parteien zu den Forderungen der LAG V\u00e4terarbeit zur Landtagswahl<\/h3>\n\n\n\n<p>Schon bei der Fachtagung im vergangenen November haben sich 80 \nTeilnehmende vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Corona Pandemie\n mit m\u00f6glichen Weichenstellungen f\u00fcr mehr v\u00e4terliches Engagement \nauseinandergesetzt. Ein Ergebnis, dass Frau Buschmeyer vom Deutschen \nJugend Institut auf den Punkt gebracht hat war: \u201eGrunds\u00e4tzlich scheint \nes vielen V\u00e4tern eigentlich ein Bed\u00fcrfnis zu sein, zumindest \u00fcberlange \nArbeitstage und \u00dcberstunden zu reduzieren, um mehr Zeit f\u00fcr die Familie \nzu haben \u2013 gleichzeitig tun sie es nicht. Und dann gilt nat\u00fcrlich, dass \njede Arbeitsstunde, die im B\u00fcro verbracht wird, nicht f\u00fcr die Familie \nzur Verf\u00fcgung steht. \u2026 Vielleicht kann dies ja der Anfang sein, als \nVater auch f\u00fcr seinen Wunsch einzustehen, mehr zuhause und dort auch \nwirklich verf\u00fcgbar zu sein und damit auch andere traditionelle Muster zu\n \u00fcberwinden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Um aus diesem Anfang nachhaltiges Verhalten und kulturelle \nVer\u00e4nderungen zu verwirklichen sind vor allem auch passende \nRahmenbedingungen erforderlich. Viele werden auf der Bundesebene \nentschieden, andere ebenso entscheidende auf der Landesebene.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorstand der LAG-V\u00e4terarbeit hat im Vorfeld der Landtagswahl nach\n Diskussion mit Mitgliedern folgende f\u00fcnf Forderungen verabschiedet und \nan die Im Landtag vertretenen Parteien mit der Bitte um eine \nStellungnahme versandt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Landtagswahl_Header-1024x236.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10357\" width=\"566\" height=\"130\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Landtagswahl_Header-1024x236.png 1024w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Landtagswahl_Header-300x69.png 300w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Landtagswahl_Header-768x177.png 768w\" sizes=\"(max-width: 566px) 100vw, 566px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Folgenden werden wir eine Einsch\u00e4tzung zu den Antworten der vier \nParteien abgeben. Den Link zu den kompletten Antworten finden Sie am \nEnde des Textes.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund, dass in der Phase vor und nach der Geburt \nentscheidende Weichen f\u00fcr die Aufteilung von bezahlter Erwerbs- und \nunbezahlter Care-Arbeit gestellt werden, lautet die erste Forderung: <em>F\u00f6rderung\n von fl\u00e4chendeckenden Angeboten zur Geburtsvorbereitung f\u00fcr V\u00e4ter, die \nwerdende Eltern auch dabei unterst\u00fctzen, partnerschaftlichen \nRollenvorstellungen zu realisieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die CDU weist in ihrer Antwort auf die 2017 eingerichtete \nProjektgruppe \u201eStrukturelle Weiterentwicklung Geburtshilfe\u201c hin. Aufgabe\n der Projektgruppe war es unter anderem, Umsetzungsvorschl\u00e4ge zur \nVerbesserung der Rahmenbedingungen der geburtshilflichen Versorgung und \nzur Senkung der Kaiserschnittrate zu erarbeiten. Ergebnisse sollten \ninnerhalb eines Jahres vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Webseite des zust\u00e4ndigen Ministeriums finden sich neben der \nBeschreibung des Auftrags Hinweise auf zwei Studien zur \ngeburtshilflichen Versorgung durch Hebammen. Mit der Geburtsvorbereitung\n f\u00fcr V\u00e4ter und dem Thema partnerschaftliche Aufgabenteilung hatte die \nProjektgruppe nichts zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die FDP ist eine partnerschaftliche Rollenvorstellung und \n-verteilung ein wichtiges Anliegen. Sie unterst\u00fctzt die Vorhaben der \nBundesregierung in diesem Feld und weist darauf hin, dass zahlreiche \nKrankenkassen Geburtsvorbereitungskurse als Kassenleistung anbieten. Das\n ist l\u00f6blich, aber das Problem ist ja, dass diese Angebote insbesondere \nim l\u00e4ndlichen Raum nicht existieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnen erkennen ebenfalls an, dass auch V\u00e4ter auf die Geburt und \ndie Zeit als Elternteil angemessen vorbereitet werden m\u00fcssen, aber \u2026 Die\n von der Ampel im Koalitionsvertrag geplante und jetzt im vorliegenden \nReferentenentwurf nicht umgesetzte \u201aVaterschaftsfreistellung\u2018 ist ein \nwichtiger Baustein f\u00fcr die Zeit nach der Geburt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SPD geht auf die eigentliche Forderung ebenfalls nicht ein und \nnennt die Freistellung nach der Geburt, die von Schwesig 2015 \nvorgeschlagene \u201aFamilienarbeitszeit\u2018 als M\u00f6glichkeiten zur Unterst\u00fctzung\n einer partnerschaftliche Rollenaufteilung \u201awerdender Eltern\u2018. Das ist \neine gute Idee, die sich aber leider nicht im Koalitionsvertrag der \nAmpel wiederfindet. Neu einzuf\u00fchrende Familienb\u00fcros sollen sich um \nAntragstellungen und notwendigen \u201aPapierkram\u2018 nach der Geburt k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Keine der befragten Parteien geht auf die \nkonkrete Forderung ein, die angef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen werden gr\u00f6\u00dftenteils in\n Berlin entschieden. Au\u00dfer dem grunds\u00e4tzlichen Bekenntnis zu \n\u201apartnerschaftlichen Rollenaufteilung\u2018 k\u00f6nnen V\u00e4ter nichts erwarten<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der zweiten Forderung haben wir ein Thema aufgegriffen, bei dem \ndie Landesregierung durch die Evaluation der familienpolitischen \nLeistungen den \u201aFinger in die Wunden\u2018 gelegt hat: \u201eBeim differenzierten \nBlick auf die Einrichtungsarten wird deutlich, dass V\u00e4ter 2019 am \nh\u00e4ufigsten Angebote in Beratungseinrichtungen in Anspruch nahmen, am \nseltensten in Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung. Gerade mit \nBlick auf die Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung deuten die \nErgebnisse darauf hin, dass sich der Anteil der m\u00e4nnlichen Teilnehmer im\n Verh\u00e4ltnis zur Bestandsaufnahme von 2006 kaum ver\u00e4ndert hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund ist die Forderung nach <em>\u201eEinrichtung eines \nBildungsbudgets im Rahmen des Weiterbildungsgesetzes (\u00a717 WbG) um neue \nZug\u00e4nge, offene Angebote, aufsuchender Bildung f\u00fcr die bislang kaum \nerreichte Zielgruppe der V\u00e4ter zu entwickeln und durchzuf\u00fchren. Dadurch \nwird auch die regionale Vernetzung und sozialr\u00e4umliche Ausrichtung der \nAngebote gew\u00e4hrleistet.\u201c <\/em>naheliegend<\/p>\n\n\n\n<p>Um es vorweg zu nehmen, keine der vier Parteien nimmt Bezug auf die \nErgebnisse der 2021 auf einer Fachtagung in Essen vorgelegten \nEvaluation. Hingewiesen wird stattdessen auf die von den vier Fraktionen\n im Landtag getragene Novellierung des Weiterbildungsgesetzes, die laut \nCDU Nordrhein-Westfalen eine Spitzenplatz bei der gemeinwohlorientierten\n Weiterbildung beschert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnen sind allen Ernstes der Meinung, dass es besser sei, die \nEinrichtungen entscheiden zu lassen, wie sie auf welche Zielgruppe \nzugehen. Oder besser gesagt nicht zugehen. Was dass f\u00fcr die Zielgruppe \nV\u00e4ter bedeutet, hat die Evaluation deutlich aufgezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FDP hebt auf die Vereinbarkeit von Weiterbildung und Familie ab \nund sieht familienfreundliche Weiterbildung als Karrierechance, \ninsbesondere im Sinn einer lebenslangen Aus-, Fort- und Weiterbildung. \nAn dieser Stelle erfolgt dann auch wieder ein Verweis auf das von der \nBundesregierung geplante \u201aLebenschancen-BAF\u00f6G\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SPD stellt an dieser Stelle die geplanten Familienb\u00fcros in den \nVordergrund, die Familienbildung und -beratung b\u00fcndeln und so \nsozialr\u00e4umlich auch \u201aInitiativen f\u00fcr V\u00e4ter\u2018 bewerben k\u00f6nnen. Die \nFamilienzentren in KiTas und Grundschulen, letztere gibt es lediglich an\n Modellstandorten, sollen gest\u00e4rkt werden und im Rahmen der Elternarbeit\n auch V\u00e4ter adressieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Es ist erschreckend, dass das Land die \neigenen Angebote evaluieren l\u00e4sst und die Parteien die Ergebnisse \nentweder nicht kennen, oder was noch schlimmer w\u00e4re kennen und keinerlei\n Konsequenzen daraus ziehen<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt zumindest teilweise auch f\u00fcr die n\u00e4chste Forderung, die die\n Familienberatung betrifft. Auch hier werden V\u00e4ter nur am Rande \nerreicht, insbesondere wenn es um f\u00fcr sie schwierige und krisenhafte \nSituationen geht. Die Stadt M\u00fcnchen hat daraus Konsequenten gezogen und \ndie Einrichtung eines \u201aV\u00e4terberatungszentrums ausgeschrieben: \u201eDas \nV\u00e4terberatungszentrum soll eine offene und niederschwellige Anlaufstelle\n f\u00fcr V\u00e4ter sein \u2013 auch f\u00fcr jene, die von klassischen Beratungsangeboten \nnicht erreichbar sind \u2013 und damit das Wohl der Kinder f\u00f6rdern. Der \noffene Ansatz als Treffpunkt und Kommunikationsort f\u00fcr V\u00e4ter f\u00f6rdert \nsoziale Begegnungen von V\u00e4tern und deren Kindern. Der Ort des \nAustausches und der Informationsvermittlung soll den Zugang zu Beratung \nerleichtern und die Akzeptanz f\u00fcr p\u00e4dagogische Angebote erh\u00f6hen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund lautet die dritte Forderung der LAG-V\u00e4terarbeit: <em>\u201eFinanzierung\n von zun\u00e4chst einer qualifizierten Beratungseinrichtung f\u00fcr V\u00e4ter je \nRegierungsbezirk. Dazu geh\u00f6rt auch, dass entsprechende Fachkr\u00e4fte \nweitergebildet und gef\u00f6rdert werden, um v\u00e4tersensibel beraten zu \nk\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die CDU z\u00e4hlt an dieser Stelle die von verschiedenen Vorg\u00e4nger \nRegierungen und von ihr nach 2017 weiterfinanzierten Ma\u00dfnahmen auf. \nvaeter.nrw ist 2006 vom damaligen Familienminister Armin Laschet \ninitiiert worden, in der erw\u00e4hnten Datenbank finden V\u00e4ter allerdings \nlediglich Verweise auf die Webseiten der 155 Familienbildungsst\u00e4tten in \nNRW. Hintergrund ist, dass es seit 2018 keine Reaktionsteam f\u00fcr \nvater.nrw mehr gibt. Die Fachstelle V\u00e4terarbeit 2014 nach langen \nVorgespr\u00e4chen erstmalig finanziert worden hat V\u00e4terangebote in 10 \nSt\u00e4dten in allen f\u00fcnf Regierungsbezirken des Landes vernetzt und Bedarfe\n aufgegriffen. Die Expertenworkshops waren Teil der von der ehemaligen \nFamilienministerin Kampmann initiierten Kampagne \u201aVater ist, was du \ndraus machst\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vorhaben, in der Jugendhilfe verpflichtende und st\u00e4ndige Weiter- \nund Fortbildungsangebote f\u00fcr Fachkr\u00e4fte zu etablieren, um f\u00fcr \nvielf\u00e4ltige Beratungssituationen zu schulen, ist zu begr\u00fc\u00dfen und \neigentlich eine Antwort auf die letzte Forderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FDP m\u00f6chte bestehende Beratungseinrichtungen so st\u00e4rken, dass \ndiese auch v\u00e4ter- und kultursensibel Beratung und Unterst\u00fctzung leisten \nk\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnen sind der \u00dcberzeugung, dass \u201enat\u00fcrlich [\u2026] auch \nv\u00e4tersensible Beratung angeboten werden muss\u201c. Sie werden die Bedarfe \npr\u00fcfen und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten mit bestehenden Beratungsangeboten \nund ggf. dar\u00fcber hinaus beraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SPD zieht auch an dieser Stelle ihren \u201a Joker\u2018 Familienb\u00fcros, die dabei einen Fokus auf V\u00e4ter legen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: An dieser Stelle ist zumindest ansatzweise zu erkennen, dass der Handlungsbedarf gesehen und nach L\u00f6sungen gesucht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vierte Forderung greift das Thema \u201aM\u00e4nner und V\u00e4ter als Subjekte \nder Gleichstellungspolitik auf. Vor neun Jahren ist ja der Versuch \ngescheitert, diesen Rechte im Bundesgleichstellungsgesetz zuzuschreiben \naber die Zeiten haben sich weiterentwickelt und in NRW gibt es \ninzwischen in f\u00fcnf kommunen: Bonn, D\u00fcsseldorf, Dortmund Essen und \nM\u00fcnster, M\u00e4nner in den Gleichstellungsb\u00fcros, \u2013stellen bzw. -\u00e4mtern.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Ausschreibung der Stadt Essen hie\u00df es seinerzeit: \u201eAls offene,\n tolerante Stadt und Ort der Vielfalt versteht die Stadtverwaltung \nGleichstellung als ganzheitliche zukunftsgerichtete Strategie. War \nGleichstellungsarbeit bislang \u00fcberwiegend auf frauenspezifische Belange \nfokussiert, sollen nunmehr verst\u00e4rkt auch M\u00e4nner in die Wahrnehmung und \nin den Fokus der Gleichstellungspolitik ger\u00fcckt, tradierte \nRollenzuweisungen f\u00fcr die verschiedenen Geschlechter hinterfragt, neue \nLebenskonzepte und -formen erarbeitet und unterst\u00fctzt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund lautet die Vierte Forderung: <em>\u201eWeiterentwicklung\n des Gesetzes zur Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern f\u00fcr das Land \nNordrhein-Westfalen (LGG) in dem Sinne, dass zun\u00e4chst in allen Kreisen \nund Kreisfreien St\u00e4dten neben den Gleichstellungsbeauftragten auch die \nStelle eines Ansprechpartners f\u00fcr V\u00e4ter eingerichtet und zus\u00e4tzlich \nfinanziert wird.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In ihrer Antwort verweist die CDU auf den im M\u00e4rz 2021 \nver\u00f6ffentlichten Atlas zur Gleichstellung in NRW, aus dem f\u00fcr alle \nKreise und kreisfreien St\u00e4dte gleichstellungspolitische Handlungsbedarfe\n abgeleitet werden k\u00f6nnen. V\u00e4ter sp ielen lediglich in dem Abschnitt \nElterngeldbezug eine Rolle. Auf die Zusammenh\u00e4nge zwischen der \nInanspruchnahme von Elternzeiten und Elterngeld und der Besetzung von \nLeitungspositionen in Verwaltungen wird nicht eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bildung einer Infrastruktur f\u00fcr von Gewalt betroffene M\u00e4nner in \nForm von 20 Pl\u00e4tzen in Gewaltschutzwohnungen ist der zust\u00e4ndigen \nMinisterin Scharrenbach hoch anzurechnen. NRW belegt damit bundesweit \nden Spitzenplatz. Darum ging es bei der Forderung allerdings nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FDP m\u00f6chte das Landesgleichstellungsgesetz zu einem \n\u201aLandesdiversit\u00e4tsgesetz\u2018 weiterentwickeln, um die realen \nLebensverh\u00e4ltnisse abzubilden und auch die Belange von M\u00e4nnern und \nDiversen aufnehmen und sie als Bewerbende f\u00fcr das Amt des\/ der \nDiversit\u00e4tsbeauftragten zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnen m\u00f6chten in der \u00f6ffentlichen Verwaltung Strukturen st\u00e4rken,\n die der Vielfalt von Lebensrealit\u00e4ten, aber auch \nDiskriminierungserfahrungen Rechnung tragen und diese Vielfalt \ngleichzeitig als Bereicherung f\u00fcr Verwaltungen und Unternehmen begreift.\n Der \u00f6ffentlichen Verwaltung komme dabei eine Vorbildfunktion zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die SPD f\u00f6rdert selbstverst\u00e4ndlich die Gleichstellung von Frauen\n und M\u00e4nnern. Die gleichstarke Vertretung von M\u00e4nnern und Frauen auf \nallen politischen Ebenen soll durch ein Parit\u00e4tsgesetz erreicht werden. \nDie besonderen Bedarfe von V\u00e4tern mit Akteuren vor Ort gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Die Bedarfe von M\u00e4nnern und V\u00e4tern werden \ngesehen, es fehlt aber bei fast allen der Mut, strukturell verankerte \nBeteiligungsm\u00f6glichkeiten zu etablieren und V\u00e4ter den Status von \ngleichstellungspolitisch handelnden Subjekten zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>In der letzten Forderung ging es um die Kompetenzen von denjenigen, \ndie an den unterschiedlichen Stellen p\u00e4dagogisch handelnd, beratend oder\n im Kontext von Geburtsvorbereitung und Geburten mit V\u00e4tern zu tun \nhaben. Dass die Praktiker*innen f\u00fcr diese Aufgabe teilweise unzureichend\n ausgebildet und vorbereitet sind wird zum Beispiel im Abschlussbericht \ndes Projekts \u201aBedeutung von V\u00e4tern im Geburtsprozess\u2018 deutlich:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Annahme, V\u00e4ter und M\u00fctter im Kontext der Geburtsvorbereitung \nanzusprechen und dort das Anliegen \u201apartnerschaftliche Aufgabenteilung\u2018 \nzu thematisieren ist richtig, da in diesem Zeitraum entscheidende \nWeichenstellungen vorgenommen werden.<br>\nDa mehr als 90 % der V\u00e4ter an der Geburt und, zumindest beim ersten \nKind, auch an angebotenen Kursen zur Vorbereitung teilnehmen, sind \nHebammen entscheidende \u201aPlayer\u2018 auf diesem Feld.<br>\nAuf der Basis freiwilliger Fortbildungen f\u00fcr Hebammen und mit dem \nHinweis, ihnen n\u00fctzliche Methoden f\u00fcr die Arbeit mit und die Ansprache \nvon V\u00e4tern zur Verf\u00fcgung stellen, l\u00e4sst sich das Ziel nicht erreichen. \nDas liegt zum einen, an der von der, an den unterschiedlichsten Stellen \nbeschriebenen Haltung der Hebammen, die Frauen und M\u00e4nnern traditionelle\n Rollen zuweisen und selbst wenn sie Angebote f\u00fcr V\u00e4ter machen, diesen \nUnterst\u00fctzungs- und Assistentenaufgaben zuweisen.\u201c Auch in den \nCurriculas f\u00fcr eine universit\u00e4re Ausbildung nimmt diese Thema nicht viel\n mehr als eine Semesterwochenstunde in Anspruch.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund lautet die f\u00fcnfte Forderung: <em>\u201eHinwirkung \ndes Landes darauf, dass in den (Rahmen-) Lehrpl\u00e4nen f\u00fcr Erzieher*innen, \nSozialarbeiter*innen und -p\u00e4dagog*innen sowie Hebammen Aus- und \nFortbildungsinhalte geplant werden, die diese Fachkr\u00e4fte in die Lage \nversetzen, V\u00e4ter gendersensibel in den Blick zu nehmen, anzusprechen und\n einzubeziehen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stellungnahme der CDU ist auch bei dieser Forderung die \numfangreichste, geht aber vollkommen am Thema vorbei. Familienzentren, \nKiBiz und digitales Familienzentrum NRW sind wichtige Vorhaben, haben \naber nichts mit den Kompetenzen zu tun, die dort Besch\u00e4ftigten in die \nLage zu versetzen, V\u00e4ter gendersensibel in den Blick zu nehmen, \nanzusprechen und einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FDP strebt an, die Rolle von V\u00e4tern in den genannten Lehrpl\u00e4nen \nnoch st\u00e4rker in den Fokus zu r\u00fccken und unterst\u00fctzt eine \nWeiterentwicklung und Anpassung an die heutigen Lebensverh\u00e4ltnisse \njenseits tradierter Rollenbilder.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Gr\u00fcnen sind der \u00dcberzeugung, die Vielfalt von Familienformen\n genauso in Aus-, Fort- und Weiterbildung zu integrieren, wie insgesamt \ngender- und diversit\u00e4tssensible Ans\u00e4tze zu vermitteln. Gleicherma\u00dfen \nhalten sie es f\u00fcr &nbsp;wichtig, V\u00e4ter in ihrer Rolle zu best\u00e4rken und \nGeschlechter-stereotype, auch in Bezug auf Elternschaft, zu \ndurchbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die SPD hat sich vorgenommen, in der kommenden Legislatur sich mit \nden Ausbildungsordnungen und dem Sozialberufeanerkennungsgesetz zu \nbefassen. Die Einbeziehung eines vatersensiblen Blicks halten ist f\u00fcr \nsie ein wichtiger Hinweis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Zumindest bei den drei zuletzt genannten \nParteien ist eine verbale Aufgeschlossenheit vorhanden und es bleibt \nabzuwarten, wer mit wem koalieren wird bzw. kann und was dann auch \ntats\u00e4chlich vereinbart wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die LAG V\u00e4terarbeit wird diesen Prozess in jedem Fall kritisch \nbegleiten und wir werden die Parteien an ihre wenn auch vagen \u201aZusagen\u2018 \nerinnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Den vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick der Stellungnahmen k\u00f6nnen Sie hier downloaden <a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Stellungnahmen-der-Parteien-zu-den-Forderungen-der-LAG-Vaeterarbeit-zur-Landtagswahl-am-15.-Mai-2022.pdf\">Stellungnahmen der Parteien zu den Forderungen der LAG V\u00e4terarbeit zur Landtagswahl am 15. 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