{"id":10318,"date":"2022-04-14T12:29:33","date_gmt":"2022-04-14T10:29:33","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10318"},"modified":"2022-04-28T12:31:47","modified_gmt":"2022-04-28T10:31:47","slug":"vaeter-und-ihre-rolle-in-der-geburtshilfe-und-der-ersten-phase-nach-der-geburt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2022\/04\/14\/vaeter-und-ihre-rolle-in-der-geburtshilfe-und-der-ersten-phase-nach-der-geburt\/","title":{"rendered":"V\u00e4ter und ihre Rolle in der Geburtshilfe und der ersten Phase nach der Geburt"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Beitrag des \nVorsitzenden der LAG V\u00e4terarbeit in der aktuellen Ausgabe impu!se der \nLandesvereinigung f\u00fcr Gesundheit und Akademie f\u00fcr Sozialmedizin \nNiedersachsen e. V.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie WHO empfiehlt, die Beteiligung von M\u00e4nnern w\u00e4hrend der \nSchwangerschaft, der Geburt und nach der Geburt zu f\u00f6rdern, um die \nSelbstsorge von Frauen und die h\u00e4uslichen Pflegepraktiken f\u00fcr Frauen und\n Neugeborene zu verbessern. Neben dieser auf die Gesundheit von Mutter \nund Kind bezogenen Perspektive gibt es weitere gute Gr\u00fcnde, dies zu tun.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/imulse114-1024x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10319\" width=\"366\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/imulse114-1024x1024.png 1024w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/imulse114-150x150.png 150w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/imulse114-300x300.png 300w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/imulse114-768x769.png 768w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/imulse114.png 1337w\" sizes=\"(max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Gesundheit der V\u00e4ter, die Zuschreibung von v\u00e4terlichen \nKompetenzen und ihre Beziehung zu dem ungeborenen Kind haben einen \ngro\u00dfen Einfluss darauf, in welchem Ma\u00dfe sie sich an der Erziehung des \nKindes beteiligen und Ressourcen f\u00fcr seine gelingende Entwicklung zur \nVerf\u00fcgung stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Phase vor und unmittelbar nach der Geburt werden zudem die \nWeichen daf\u00fcr gestellt, ob das gew\u00fcnschte Lebenskonzept einer \npartnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit \nWirklichkeit werden kann oder die Partnerschaftszufriedenheit darunter \nleidet, dass sich Vater und Mutter in jeweils unterschiedlichen Sph\u00e4ren \nvoneinander entfremden. Viele V\u00e4ter haben den Wunsch, die Entwicklung \nihrer Kinder von Anfang an mitgestalten und erleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anspr\u00fcche und Wirklichkeiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erfahrungen und Studienergebnisse zeigen, dass die gew\u00e4hlten \nLebensmodelle h\u00e4ufig nicht Ergebnis zielgerichteter Aushandlungsprozesse\n sind, sondern Paare vor dem Hintergrund vermeintlich rationaler Gr\u00fcnde \nnach der Geburt dort \u201ahineingeschliddert\u2018 sind und V\u00e4ter sich mehr oder \nweniger freiwillig auf die traditionelle Rolle des Ern\u00e4hrers und \nAssistenten in der Familie einlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl also alles daf\u00fcr spricht, werdende V\u00e4ter rechtzeitig \neinzubeziehen, sie als aktive Subjekte im Geburtsgeschehen zu betrachten\n und auf die neue Rolle vorzubereiten, werden sie hierzulande immer noch\n als \u201aBeifahrer\u2018 betrachtet. In Gro\u00dfbritannien, wo bereits 2006 im \nNationalen Gesundheitssystem ein Paradigmenwechsel zugunsten von V\u00e4tern \nstattgefunden hat, zeigen k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Befragungsergebnisse,\n dass der empfohlene Wandel auch dort noch l\u00e4ngst nicht \u00fcberall \npraktiziert wird.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>92 Prozent der V\u00e4ter nehmen an den Vorsorgeuntersuchungen teil, aber\n 61 Prozent berichten, dass ihre Rolle als Vater zu keinem Zeitpunkt \nangesprochen worden ist.<\/li><li>V\u00e4ter haben keinen formalen Status bei der Geburtsvorbereitung, \nselbst ihr Name wird nicht erfasst. Lediglich 16 Prozent der V\u00e4ter \nwerden w\u00e4hrend der Geburt nach ihrem Befinden gefragt.<\/li><li>Wenn \u201aV\u00e4ter\u2018 und \u201aM\u00fctter\u2018 statt \u201aEltern\u2018 adressiert werden und \ndeutlich gemacht wird, dass beide gefragt sind, steigt die Beteiligung \nvon V\u00e4tern bei der Nachsorge von ca. 20 Prozent auf bis zu 70 Prozent<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Das Erlebnis der Geburt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie V\u00e4ter auf die Geburt vorbereitet werden k\u00f6nnen und welche Rolle \ndie verschiedenen Professionen dabei spielen, ist lange bekannt. Der \nentscheidende Faktor dabei ist die Haltung gegen\u00fcber der Rolle der V\u00e4ter\n sowie ihrer aktiven Einbeziehung.<\/p>\n\n\n\n<p>Angebote der Geburtsvorbereitung f\u00fcr V\u00e4ter kommen auch werdenden \nM\u00fcttern zugute. Studien zeigen, dass V\u00e4ter, die ihre Rolle w\u00e4hrend der \nGeburt kennen und verstehen, was dort geschieht, selbst besser vor \n\u00fcberm\u00e4\u00dfigem Stress gesch\u00fctzt sind und seltener Gefahr laufen, den Ablauf\n der Geburt negativ zu beeinflussen. Das gilt insbesondere in den \nMomenten, in denen es mal nicht nach Plan l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Geburt selbst dabei sein zu k\u00f6nnen, ist f\u00fcr M\u00e4nner die \neinzigartige M\u00f6glichkeit, das Vaterwerden, das sich bislang als \n\u201aKopfgeburt\u2018 abgespielt hat, unmittelbar zu erleben und eine Beziehung \nzu ihrem Kind aufbauen zu k\u00f6nnen. Dazu ein O-Ton: \u201eEs war unglaublich, \natemberaubend, erstaunlich und erschreckend, die erste Person zu sein, \ndie meine Tochter sah, und Augenkontakt mit ihr herzustellen, als sie \nherauskam. Ich habe ein Foto, etwa drei Minuten nach ihrer Geburt, auf \ndem ich sie im Arm halte und wir uns gegenseitig anstarren, und es sieht\n aus, als w\u00fcrde sie mir die Zunge herausstrecken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V\u00e4ter m\u00fcssen drau\u00dfen bleiben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Corona wirkt wie ein Brennglas und hat auch in der Geburtshilfe \noffengelegt, dass V\u00e4ter dort noch nicht die Bedeutung haben, die ihnen \nzusteht. Zehntausende M\u00e4nner konnten wegen der Corona-Regeln in den \nvergangenen Monaten die Geburt ihres Kindes nicht miterleben. In manchen\n Kliniken d\u00fcrfen V\u00e4ter den gesamten Verlauf der Geburt begleiten, in \nanderen ruft sie das Personal erst zur Endphase der Geburt in den \nKrei\u00dfsaal \u2013 wenn die Presswehen beginnen oder der Muttermund um einige \nZentimeter ge\u00f6ffnet ist. Zum Teil d\u00fcrfen V\u00e4ter ihre Familie nur eine \nStunde am Tag auf Station besuchen, andernorts gibt es keine \nBeschr\u00e4nkungen. Zu Vorsorgeterminen, zum Ultraschall d\u00fcrfen V\u00e4ter oft \nebenfalls nicht mitkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch durfte nur an einer Untersuchung teilnehmen. Meine Frau musste \nzu allen anderen Untersuchungen und Konsultationen allein gehen. Ich \nhabe diese lebenswichtige Unterst\u00fctzung f\u00fcr meine Frau und die \nEntwicklung einer Bindung zu unserem kleinen Sohn v\u00f6llig verpasst. Das \nSystem ist durcheinandergeraten, und die emotionale Belastung, die wir \nzahlen m\u00fcssen, ist enorm \u2026\u201c berichtet ein Vater.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Auswirkungen der Geburtserlebnisse auf die Vaterschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Studien zeigen, dass die Geburt und ihr Erleben f\u00fcr V\u00e4ter und M\u00fctter \neinen wichtigen Ausgangspunkt f\u00fcr den \u00dcbergang zur Elternschaft \ndarstellen. Sie erleichtern oder erschweren den Prozess des \nVaterwerdens. M\u00fctter mit einem negativen Geburtserlebnis geben h\u00e4ufiger \nan, dass sie Probleme beim Stillen haben und ihre Wunden schlecht \nheilen. Das Risiko, dass die M\u00fctter und V\u00e4ter nach der Geburt eine \nDepression entwickeln steigt und auch die Eltern-Kind-Bindung war sechs \nMonate nach Entbindung weniger sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Unterst\u00fctzung von V\u00e4tern im Geburtsprozess positive \nAuswirkungen auf die Frauen hat, muss sichergestellt werden, dass V\u00e4ter \nsystematisch einbezogen werden und sich an Schwangerschaft, Geburt und \nKinderbetreuung beteiligen. So k\u00f6nnen sie ihre Partnerinnen \nunterst\u00fctzen, eine eigene Identit\u00e4t als Vater entwickeln und eine aktive\n Rolle in der Versorgung der S\u00e4uglinge \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/gesundheit-nds.de\/images\/pdfs\/impulse\/LVG-Zeitschrift-Nr114-Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beitrag des Vorsitzenden der LAG V\u00e4terarbeit in der aktuellen Ausgabe impu!se der Landesvereinigung f\u00fcr Gesundheit und Akademie f\u00fcr Sozialmedizin Niedersachsen e. 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