{"id":10253,"date":"2022-01-21T13:59:02","date_gmt":"2022-01-21T12:59:02","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10253"},"modified":"2022-01-30T14:00:48","modified_gmt":"2022-01-30T13:00:48","slug":"familien-in-der-pandemie-wir-glaubten-wir-waeren-wichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2022\/01\/21\/familien-in-der-pandemie-wir-glaubten-wir-waeren-wichtig\/","title":{"rendered":"Familien in der Pandemie: Wir glaubten, wir w\u00e4ren wichtig!"},"content":{"rendered":"\n<p>\u2026 aber die Last \ntrugen und tragen die Familien, ist Birk Gr\u00fcling \u00fcberzeugt: Wenn die \nBetreuung wegbricht, springen die Eltern ein. Das ist erstmal gut und \nrichtig. Allerdings&nbsp; brauchen sie daf\u00fcr Unterst\u00fctzung \u2013 Corona- \nKrankentage, mehr Kindergeld, etc. Und im Moment wird die Last der \nPandemie ohne Schutz in Schulen und Kita wieder auf die Eltern und \nKinder&nbsp; abgew\u00e4lzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen sehen auf den ersten Blick gut aus, sowohl bei V\u00e4tern und \nM\u00fcttern hat die Carearbeit mit 2,6 bzw. 3,1 Stunden t\u00e4glich zugenommen. \nBei Familien mit traditioneller Rollenverteilung hat sich weniger \nver\u00e4ndert als bei denen, die auch schon vor der Pandemie versucht haben,\n Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich aufzuteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Corona wirkt auch an dieser Stelle wie ein Brennglas: Es gibt keinen \nR\u00fcckschritt, sondern eher die Erkenntnis, dass wir auch vorher nicht&nbsp; \nweit genug waren. Damit sich dauerhaft etwas ver\u00e4ndert ist es notwendig,\n dass<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Unternehmen und Politik den Wert von Familienarbeit und \nGleichberechtigung erkennen und Kinderbetreuung, Elternzeit&nbsp; und aktive \nVaterschaft f\u00f6rdern<\/li><li>V\u00e4ter ihre \u201aPrivilegien\u2018 als Bezugspersonen dauerhaft verteidigen und ihre Erwerbsarbeitszeiten reduzieren<\/li><li>Eltern laut und unbequem werden und st\u00e4rker f\u00fcr ihre Rechte k\u00e4mpfen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Eine der Visionen die in der Dialogrunde formuliert wurde lautet: \n\u201aFamilienarbeit aus der Tabuzone holen\u2018. Was damit gemeint ist erl\u00e4utert\n Holger Strenz, Moderator de Nachmittags: \u201eIm gesellschaftlichen Kontext\n gehen wir vom Idealbild der heilen Familie aus, ein Ort von Liebe und \nGeborgenheit. Treten Probleme und Herausforderungen auf, werden diese \nschnell individualisiert und stehen in Verantwortung der Eltern. \u2026 Nicht\n zuletzt geh\u00f6rt Familien- und Care-Arbeit nach wie vor zu den \nunentgeltlichen Leistungen, die f\u00fcr eine Gesellschaft zwar unabdingbar \nsind, aber eben nicht finanziert und entsprechend anerkannt werden. \nNicht zuletzt sehen wir im Umgang mit Familien w\u00e4hrend der Pandemie, \ndass zwar Trostpflaster verabreicht werden, wie einmalige Zahlungen, \naber dass wir viel mehr \u00fcber Wirtschaft und Finanzen berichten, als dass\n die herausfordernde Familien- und Sorgearbeit in den Mittelpunkt \nger\u00fcckt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit alle anfallenden Aufgaben und Arbeiten in Familie \ngleichberechtigt aufgeteilt werden, ist es erforderlich, M\u00e4nner und \nwerdende V\u00e4ter nicht nur als gleichberechtigte Subjekte von Anfang an \neinzubeziehen sondern ihnen auch die entsprechenden Kompetenzen \nzuzuschreiben. Dieser Prozess beginnt schon bei der fr\u00fchkindlichen \nBildung:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn wir {\u2026] etwas \u00e4ndern wollen, dann m\u00fcssen wir an individuellen \nEinstellungen etwas ver\u00e4ndern und bei den fr\u00fchen Sozialisationsinstanzen\n starten. Kinder m\u00fcssen erleben k\u00f6nnen, dass V\u00e4ter im Alltag anwesend \nsind und sich ebenso um Kinder k\u00fcmmern, wie sie ihre bezahlte Arbeit \nmeistern. So braucht es in allen Lebensbereichen m\u00e4nnliche Vorbilder, \ndie ein gleichberechtigtes Leben ohne Rollenzuschreibungen anstreben \noder bereits realisiert haben. Und hierf\u00fcr braucht es M\u00e4nner und V\u00e4ter \ndie dies auch leben wollen, also davon \u00fcberzeugt sind, dass dies f\u00fcr sie\n und f\u00fcr die nachfolgende Generation ein guter Weg ist, Gesellschaft zu \ngestalten.\u201c so Strenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die Vision Wirklichkeit werden kann, kommt es darauf, \nRahmenbedingungen daf\u00fcr zu schaffen, dass M\u00e4nner nicht mit dem \u201aStempel\u2018\n eines Familienern\u00e4hrers aufwachsen und sich als hauptverantwortlich f\u00fcr\n die finanzielle Absicherung der Familie erleben. Jungen und (werdenden)\n V\u00e4tern brauchen Ermutigung, sich auszuprobieren, den Bereich von \nSorgearbeit zu entdecken und sich auch dort zu engagieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Take Aways f\u00fcr V\u00e4ter (und M\u00fctter)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>nehmen sie sich auch in \u201aPandemiezeiten\u2018 Raum und Zeit f\u00fcr Partnerschaft<\/li><li>tauschen Sie sich regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber ihre Erwartungen und (Un-)Zufriedenheit aus<\/li><li>thematisieren Sie ihre Familiensituation am Arbeitsplatz<\/li><li>nehmen Sie rechtzeitig Unterst\u00fctzung und Beratungsangebote in Anspruch<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Anregungen f\u00fcr Kita\u2019s und Familienzentren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>thematisieren Sie schon in den Familienzentren geschlechtsspezifische Arbeitsteilung<\/li><li>\u00fcberpr\u00fcfen sie, welche Haltungen und Vorstellungen in Ihrem Team zu dem Thema vorhanden sind<\/li><li>ermutigen Sie V\u00e4ter mehr Verantwortung bei der Sorgearbeit zu \u00fcbernehmen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Hinweise f\u00fcr Gleichstellungsstellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>betrachten Sie M\u00e4nner und V\u00e4ter als handelnde Subjekte, die gleicherma\u00dfen Gleichberechtigung wollen und auch davon profitieren<\/li><li>weisen Sie bei Ihren Angeboten auf die Bedeutung von M\u00e4nnern und V\u00e4tern f\u00fcr die Erreichung der Geschlechtergerechtigkeit hin<\/li><li>unterst\u00fctzen Sie M\u00e4nner und V\u00e4ter dabei, ihre Haltungen zu \nhinterfragen und gemeinsam mit ihren Partner:innen neue Modelle \nauszuhandeln<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Zum Download<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Impuls von Birk Gr\u00fcling <a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Corona-und-Care-Arbeit.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Corona und Care-Arbeit<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Leitfragen-von-Dialogrunde-und-Workshop-5.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Leitfragen von Dialogrunde und Workshop 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Zusammenfassung-der-Visionen-und-Forderungen-von-Dialogrunde-und-Workshop-5.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zusammenfassung der Visionen und Forderungen von Dialogrunde und Workshop 5<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Interview mit Holger Strenz <a href=\"https:\/\/www.lag-vaeterarbeit.nrw\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Maenner-Vaeter-als-Subjekte-im-Gleichstellungsprozess_220119.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">M\u00e4nner &amp; V\u00e4ter als Subjekte im Gleichstellungsprozess<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 aber die Last trugen und tragen die Familien, ist Birk Gr\u00fcling \u00fcberzeugt: Wenn die Betreuung wegbricht, springen die Eltern ein. 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