{"id":10175,"date":"2021-08-19T10:39:22","date_gmt":"2021-08-19T10:39:22","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10175"},"modified":"2021-10-08T10:42:32","modified_gmt":"2021-10-08T10:42:32","slug":"papa-kann-das-am-besten-was-ihm-vor-der-geburt-an-kompetenzen-zugeschrieben-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2021\/08\/19\/papa-kann-das-am-besten-was-ihm-vor-der-geburt-an-kompetenzen-zugeschrieben-wird\/","title":{"rendered":"Papa kann das am besten, was ihm vor der Geburt an Kompetenzen zugeschrieben wird"},"content":{"rendered":"\n<p>Partnerschaftliche\n Aufgabenteilung geht nur gemeinsam, das ist ebenso selbstverst\u00e4ndlich \nwie der blaue Himmel bei Sonnenschein. Trotz dieser Erkenntnis und \nentgegen dem Wunsch der \u00fcberwiegenden Zahl junger V\u00e4ter und M\u00fctter \nwirken traditionelle Rollenmuster nach wie vor m\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"260\" height=\"346\" src=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Spiegel_Titel_2021-33.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10176\" srcset=\"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Spiegel_Titel_2021-33.jpg 260w, https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Spiegel_Titel_2021-33-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201aDon\u2019t fix the WoMen\u2018 hei\u00dft es zurecht. Individuelles Wollen ist \nnotwendig, strukturelle Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Diskurse\n aber nach wie vor pr\u00e4gend. Vor diesem Hintergrund ist es bedeutsam, \nWirkungen und Mechanismen von dem, was V\u00e4tern und M\u00fcttern an Erwartungen\n zugeschrieben wird und sich nicht nur in deren Haltungen und \n\u00dcberzeugungen, sondern vor allem im famili\u00e4ren Handeln widerspiegelt, \nnicht zu verleugnen und nach dem Motto \u201adas nicht sein kann was nicht \nsein kann\u2018 aus der Welt zu schaffen. Der Elefant, und in diesem Fall das\n Ph\u00e4nomen des \u201amaternal Gatekeeping\u2018 ist virulent.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff ist erstmals 1989 in der Dissertation \u201eToward a \nreconceptualization of paternal involvement in infancy: The role of \nmaternal gatekeeping\u201d von Ashley Howard Beitel beschrieben worden. \nInzwischen verzeichnet Google Scholar gut 3.000 wissenschaftliche \nArbeiten zu diesem Thema.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur vor diesem Hintergrund halte ich es f\u00fcr abwegig, dass aus \ndem Spiegel Schwerpunkt dieser Woche \u201aPapa kann das schon alleine\u2018 eine \nB\u00fchne des Geschlechterkampfs konstruiert wird. Worum geht es in dem \nBeitrag \u201aPapa von Mamas Gnaden \u2013 Worunter moderne V\u00e4ter leiden\u2018?<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberschrift spitzt sicherlich thematisch zu, in dem Text wird das\n Anliegen aber als Erleben und Empfinden von konkreten V\u00e4tern bzw. \nExpert:innen und Praktker:innen wie Marc Schulte vom Papaladen in Berlin\n oder Simon Bohn von der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t in Jena, \ndargestellt und wiedergegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann kommen im letzten Drittel des Beitrags folgende \nverallgemeinernde Aussagen: \u201eUnd wie es so ist mit der Mehrheitsdynamik:\n M\u00fctter r\u00fchmen sich gro\u00dfer Weisheit, wenn es um ihre Dom\u00e4ne geht. Sie \nhalten es nicht aus, wenn der Vater dem Kleinkind den gestreiften Pulli \nzur karierten Hose anzieht. Sie runzeln die Stirn, wenn er vom Einkaufen\n eine andere Windelmarke mitbringt als sie. Stellen V\u00e4ter ihren Kindern \nFragen, antworten gern stellvertretend die M\u00fctter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutterliebe? F\u00fcr V\u00e4ter eine f\u00fcrsorgliche Belagerung, eine \nFestung. Im Vaterland sprechen alle die Muttersprache. \u00bbMaternal \nGatekeeping\u00ab hei\u00dft das Stichwort, das viele Frauen als Kampfbegriff \nempfinden. Sie begegnen der neuen V\u00e4terlichkeit auch deshalb\u2008mit \nMisstrauen, weil sie \u00fcber Jahrhunderte die Erfahrung gemacht haben, dass\n im Zweifelsfall doch wieder vieles an ihnen h\u00e4ngen bleibt. Warum also, \nfragen sie sich, wollen M\u00e4nner jetzt eigentlich gefeiert werden f\u00fcr \netwas, was M\u00fctter schon immer getan haben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201aMaternal Gatekeeping\u2018 wird losgel\u00f6st von inhaltlichen Bedeutungen \nals \u201aKampfbegriff\u2018 eingef\u00fchrt und es wird ignoriert, dass er ein \nwissenschaftlich sehr umfangreich untersuchtes psychologisches Ph\u00e4nomen \nbeschreibt, das sich nicht f\u00fcr einfache Schuldzuweisungen eignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es gibt immer Menschen, die \u00fcber das angebotene St\u00f6ckchen \nspringen und sich in den sozialen Medien wider besseres Wissen selbst \nwiederholen. Ich erinnere mich noch gut an die Diskussion beim \nV\u00e4terkongress Anfang 2017 in Bielefeld. Dort hatte Frau Prof*in \nLieselotte Ahnert in ihrem Vortrag \u201aWieviel Mutter braucht ein Kind? \u2026 \nund kommt es \u00fcberhaupt auf den Vater an\u2018 auch zum \u201aMaternal Gatekeeping\u2018\n umfangreich Stellung bezogen. Die Postings auf Twitter und anderen \nKan\u00e4len wiederholen teilweise dieselben, dort widerlegten Behauptungen.<\/p>\n\n\n\n<p>So kommen wir nicht weiter. Birk Gr\u00fcling entwirft in einem Beitrag \nf\u00fcr Men\u2019s Health Dad eine Vision, wie es gelingen k\u00f6nnte: \u201eRichtiger \nw\u00e4re es, wenn wir uns gegenseitig aus dem Teufelskreis helfen und an \neinem Strang ziehen. Ohne Misstrauen, ohne Zwietracht, daf\u00fcr gemeinsam. \nDann h\u00e4tten wir vielleicht eine so m\u00e4chtige Lobby wie die \nAutomobilbranche, einen so starken Zusammenhalt wie Bundesligavereine. \nBildungs- und Familienpolitik h\u00e4tten pl\u00f6tzlich oberste Priorit\u00e4t. \nKinderbetreuung und Hausarbeit w\u00fcrden h\u00f6chste gesellschaftliche \nAnerkennung genie\u00dfe. Zeit f\u00fcr die Familie einzufordern, w\u00e4re kein Grund \nf\u00fcr berufliche Diskriminierung und Vereinbarkeit kein Problem mehr.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Partnerschaftliche Aufgabenteilung geht nur gemeinsam, das ist ebenso selbstverst\u00e4ndlich wie der blaue Himmel bei Sonnenschein. Trotz dieser Erkenntnis und entgegen dem Wunsch der \u00fcberwiegenden Zahl junger V\u00e4ter und M\u00fctter wirken traditionelle Rollenmuster nach wie vor m\u00e4chtig. \u201aDon\u2019t fix the WoMen\u2018 hei\u00dft es zurecht. Individuelles Wollen ist notwendig, strukturelle Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Diskurse aber nach wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[43,24],"tags":[249],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10175"}],"collection":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10175"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10177,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10175\/revisions\/10177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}