{"id":10173,"date":"2021-09-20T08:42:10","date_gmt":"2021-09-20T08:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?p=10173"},"modified":"2021-10-08T08:44:14","modified_gmt":"2021-10-08T08:44:14","slug":"daddy-blues-depressionen-von-vaetern-nach-der-geburt-eines-kindes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/2021\/09\/20\/daddy-blues-depressionen-von-vaetern-nach-der-geburt-eines-kindes\/","title":{"rendered":"Daddy Blues \u2013 Depressionen von V\u00e4tern nach der Geburt eines Kindes"},"content":{"rendered":"\n<p>Postnatale\n Depressionen bei Frauen sind gl\u00fccklicherweise kein Tabu mehr, auch wenn\n sie vielfach immer noch als \u201aBaby Blues\u2018 verharmlost werden. Im \ndeutschsprachigen Raum ist aber wenig dar\u00fcber bekannt, wie die Partner \nvon postpartal depressiv erkrankten M\u00fcttern mit der mehrfachen Belastung\n umgehen, welche die Geburt eines Kindes und die gleichzeitige \nErkrankung der Partnerin bedeutet. Abhilfe sollte eine von Marco \nSchraner und Claudia Meier Magistretti von der Hochschule Luzern \ndurchgef\u00fchrte <a href=\"http:\/\/www.postnatale-depression.ch\/images\/media\/pdf\/fokusthemen\/HSLU_Bericht_Rolle-der-Vaeter-final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Literaturstudie<\/a>\n schaffen. Ziel der vom Verein Postnatale Depression Schweiz \nbeauftragten Studie war es, mehr Wissen zu erarbeiten und in Erfahrung \nzu bringen, wie V\u00e4ter diese Situation erleben, welche \nBew\u00e4ltigungsstrategien sie entwickeln und welche Unterst\u00fctzung ihnen \nhelfen k\u00f6nnte, ihre Partnerinnen zu unterst\u00fctzen und dabei selber gesund\n zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufmerksamkeit des medizinischen Personals ist bei der Geburt \nebenso wie bei postnatalen Depressionen vor allem auf die M\u00fctter \ngerichtet. V\u00e4ter haben oft das Gef\u00fchl, nicht geh\u00f6rt zu werden und dass \nihre Bed\u00fcrfnisse \u00fcbersehen werden. In Geburtskliniken werden Frauen \nselten, M\u00e4nner \u00fcblicherweise nicht auf Depressionsrisiken hin \nuntersucht. Das Problem wird also \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 erst erkannt, wenn \nes auftritt. Dann allerdings, so hat sich gezeigt, f\u00fchlt sich das \nPflegepersonal oft schlecht vorbereitet im Umgang mit den Bed\u00fcrfnissen \nder V\u00e4ter. Eine rechtzeitige Intervention k\u00f6nnte dagegen die psychische \nGesundheit der V\u00e4ter f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Interventionen des medizinischen Personals, die z.B. V\u00e4ter im Umgang \nmit ihren neugeborenen Babys schulen, sind dabei hilfreich: V\u00e4ter f\u00fchlen\n sich dadurch in ihrer Erziehungskompetenz anerkannt, das Gef\u00fchl der \nwahrgenommenen Elternwirksamkeit und die Kontrollwahrnehmung der V\u00e4ter \nwird gest\u00e4rkt. Insgesamt wirken derartige Ma\u00dfnahmen damit \nangstreduzierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Gest\u00e4rkte V\u00e4ter f\u00fchlen sich in der Folge vermehrt auch als Teil des \n\u201aElternb\u00fcndnisses\u2018. Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen solche Interventionen auf \ndie jeweiligen Bed\u00fcrfnisse der V\u00e4ter abgestimmt sein. Dazu geh\u00f6rt zum \nBeispiel das \u00dcberwinden der Unsicherheit, wie sie mit ihren Babys \ninteragieren, wie sie deren Bed\u00fcrfnisse erkennen und ihnen entsprechen \nk\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Zeit nach der Geburt eines Kindes sind V\u00e4ter bzw. ihre Partner\n f\u00fcr die M\u00fctter generell die wichtigste Unterst\u00fctzung. Andererseits \nk\u00f6nnen V\u00e4ter gerade nach der Geburt des ersten Kindes betreffend ihre \nneue Rolle als Kinderbetreuer und Partner stark verunsichert sein. Die \nPaare stehen also, wenn es um Unterst\u00fctzung geht, in einer Art \ngegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit zu einander. So kann aus der Depression eines\n Elternteils eine Abw\u00e4rtsspirale f\u00fcr beide Partner entstehen. Eine \nzweite Wechselwirkung besteht zwischen einer nicht zufriedenstellenden \nPaarbeziehung und dem Auftreten einer v\u00e4terlichen postnatalen \nDepression.<\/p>\n\n\n\n<p>In Anbetracht der gravierenden Auswirkungen, die eine Depression auf \ndas Familienleben, die Partnerschaft und das Kindeswohl haben kann, \nschlagen die Autor:innen vor, Ma\u00dfnahmen der Fr\u00fcherkennung von \ndepressiven St\u00f6rungen nach der Geburt eines Kindes in Zukunft vermehrt \nauch f\u00fcr V\u00e4ter zu ergreifen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Paare, in denen \ndie M\u00fctter von postnataler Depression betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/hochschule-luzern\/forschung\/projekte\/detail\/?pid=3857\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Quelle<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Postnatale Depressionen bei Frauen sind gl\u00fccklicherweise kein Tabu mehr, auch wenn sie vielfach immer noch als \u201aBaby Blues\u2018 verharmlost werden. Im deutschsprachigen Raum ist aber wenig dar\u00fcber bekannt, wie die Partner von postpartal depressiv erkrankten M\u00fcttern mit der mehrfachen Belastung umgehen, welche die Geburt eines Kindes und die gleichzeitige Erkrankung der Partnerin bedeutet. 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