{"id":5598,"date":"2011-12-19T11:35:58","date_gmt":"2011-12-19T10:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/?page_id=5598"},"modified":"2012-09-08T13:45:59","modified_gmt":"2012-09-08T12:45:59","slug":"kolumne","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/kolumne\/","title":{"rendered":"Kolumne"},"content":{"rendered":"<p>In dem Magazin <a href=\"http:\/\/www.lob-magazin.de\/\">Lob<\/a>, der &#8218;Zeitschrift f\u00fcr berufst\u00e4tige M\u00fctter und V\u00e4ter&#8216; schreibe ich eine V\u00e4terkolumne, in der kontroverse Sichtweisen rund um die Aufgabenteilung zwischen V\u00e4tern und M\u00fcttern in Beruf und Familie aufgegriffen und ausgeleuchtet werden. In der vierten Ausgabe geht es um ein politisches Reizthema: die &#8218;Quote&#8216;, die obwohl bislang lediglich diskuiert, angeblich schon eine ganze Generation von Spitzenmanagern frustriert, wie die Wirtschaftswoche l\u00fcrzlich behauptete<\/p>\n<p><strong>Eine Quote f\u00fcr V\u00e4ter!?<\/strong><\/p>\n<p>Und bist du nicht willig, \u2026 dann kommt die Quote! Diese Symbolpolitik erleben wir in Sachen mehr Frauen in Spitzenpositionen und Aufsichtsr\u00e4ten der deutschen Wirtschaft seit \u00fcber 10 Jahren. Eine freiwillige Selbstverpflichtung l\u00f6st die n\u00e4chste ab, Arbeits- und Frauenministerin sind sich selbst nicht einig und die Opposition fordert endlich energische Schritte. Aber auch diejenigen, denen sie nutzen soll, wollen nicht auf dem Q-Ticket fahren.<\/p>\n<p>Mir geht da schon seit l\u00e4ngerem eine andere Idee im Kopf herum. Dass sich niemand etwas vorschreiben lassen m\u00f6chte kann ich verstehen, aber jedes Unternehmen hat ja ein grundlegendes Interesse qualifizierte Fachkr\u00e4fte zu gewinnen und zu halten. Vor allem vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ist dies ein Wettbewerbsfaktor, der noch weiter an Bedeutung zunehmen wird.<\/p>\n<p>Meine Idee ist, dass Unternehmen an den Lebenskonzepten ihrer zuk\u00fcnftigen Besch\u00e4ftigten und F\u00fchrungskr\u00e4fte ankn\u00fcpfen, f\u00fcr die Generation Y ist Familie bekannterma\u00dfen ja genauso wichtig wie Karriere, und dabei mit den Instrumenten arbeitet, die \u00fcblicherweise zur Erfolgsmessung angewendet werden. Viele Unternehmen arbeiten hier mit Kennzahlen, so hat Ackermann ja vor einigen Jahren mit der Vorgabe, 25 % Rendite erzielen zu wollen, einigen Wirbel ausgel\u00f6st, aber was die gleichen Rechte von Frauen und M\u00e4nnern angeht, kann Mann ja nicht kleckern.<\/p>\n<p>Mir schwebt da eine Kennzahl \u201aV\u00e4ter in Elternzeit\u2018 im Kopf herum. Im Bundesdurchschnitt haben wir jetzt die 25 % erreicht, eine Kennzahl von 30 % w\u00e4re also nicht allzu ambitioniert, vor allem vor dem Hintergrund, dass in allen Umfragen schon lange mehr als 50 % den Wunsch \u00e4u\u00dfern, in Elternzeit zu gehen. Nehmen wir also den Anteil von 40% als erstrebenswertes Ziel. Nachdem ein Unternehmen sich dieses Ziel gesetzt hat werden im n\u00e4chsten Schritt die Bedingungen und Operatoren benannt, die f\u00fcr die Erreichung der Zielgr\u00f6\u00dfe entscheidend sind. Das k\u00f6nnen f\u00f6rderliche Faktoren sein, die verst\u00e4rkt werden m\u00fcssen, als auch hinderliche, die es zu beseitigen gilt.<\/p>\n<p>Im konkreten Fall sind das sicherlich die vorherrschenden Karrieremuster, die Anwesenheit und permanente Verf\u00fcgbarkeit erwarten; die Haltungen gegen\u00fcber Lebensphasen mit famili\u00e4rer Verantwortungs\u00fcbernahme, diese werden als \u201aAuszeiten\u2018 und nicht als Zeiten sozialen Kompetenzerwerbs betrachtet und sicherlich auch die Zuschreibungen, was Mann tut bzw. nicht.<\/p>\n<p>Wenn diese Punkte erst einmal offen gelegt, Zielvereinbarungen mit den F\u00fchrungskr\u00e4ften getroffen und Erfolgspr\u00e4mien auch an die Erreichung dieser Kennzahlen gekoppelt sind, ja dann wird eine Bewegung in Gang gesetzt, die die \u201aQ Frage\u2018 gleich mit erledigt. M\u00e4nner wollen n\u00e4mlich vor allem eins nicht, Exoten sein. Sie wollen, dass es v\u00f6llig normal ist, dass sie Verantwortung in Familie \u00fcbernehmen und Arbeitszeiten reduzieren und dies nicht als Entscheidung gegen berufliches Engagement und Entwicklungsambitionen gewertet wird. Und wenn das so ist, wird es auch v\u00f6llig normal sein, dass Frauen F\u00fchrungsaufgaben \u00fcbernehmen und Aufsichtsr\u00e4te besetzen. Das sind in meinen Augen zwei Seiten der gleichen Medaille.<\/p>\n<p><strong>Alle neu, oder wer?<\/strong><\/p>\n<p>Die Medien halten seit f\u00fcnf Jahren Ausschau nach ihnen, diejenigen, die es sind, wollen es nicht sein und die Kritikerinnen bezweifeln, dass es sie jemals in nennenswerter Zahl gegeben hat. Die Rede ist von den \u201aneuen V\u00e4tern\u2019. Eigentlich ist es ja ganz einfach, jeder Mann, der zum ersten Mal Vater wird, ist ein \u201aneuer\u2019 Vater. Der Begriff \u201aneue V\u00e4ter\u2019 \u00fcberh\u00f6ht aber diesen einfachen biologischen und sozialen Vorgang und verbindet ihn mit Erwartungen an Haltung und Verhalten der V\u00e4ter. Das Mindeste sind dabei sind zwei Monate Elternzeit.<\/p>\n<p>Der Begriff \u201aneue V\u00e4ter\u2019 ist aber gar keine Erfindung von Frau von der Leyen, die eben diese zwei V\u00e4termonate, Partnermonate hei\u00dfen sie im Gesetz, eingef\u00fchrt hat. In der Begleitkampagne t\u00f6nte es dazu, \u201akrabbeln lerne ich bei Mama, laufen dann bei Papa\u2019. Damit war abgesteckt, was neu sein durfte und was beim Alten bleiben sollte.<\/p>\n<p>Die Bezeichnung \u201aneue V\u00e4ter\u2019 ist fast 20 Jahre \u00e4lter. Ich habe sie vor einigen Jahren bei meinen Recherchen in einer Ausgabe der \u201aBrigitte\u2019 vom Oktober 1988 gefunden. Dort geht es unter der \u00dcberschrift \u201aM\u00e4nner &#8211; neue V\u00e4ter oder alte Chauvis?\u2019 um die Differenz zwischen den Reden und dem Tun oder wie es seinerzeit der Soziologe Ulrich Beck ausdr\u00fcckte, \u201everbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre\u201c. Brigitte skizzierte die Herausforderungen etwas differenzierter und \u00fcbte sogar Selbstkritik:<\/p>\n<p>\u201eTheoretisch haben die jungen M\u00e4nner schon einiges von echter Partnerschaft begriffen. Und sogar praktisch deuten sich erfreuliche Tendenzen an. Nur: Wenn ein Kind kommt, ist meistens Feierabend. Dann tauchen die alten Rollenbilder wieder auf &#8211; Papi f\u00fcllt Konto. Mutti schaukelt Baby. Ein Wunder ist es nicht: Das Modell der Versorgerehe wird leider noch von allen Seiten gef\u00f6rdert, von der Arbeitswelt, von Schulen, Kinderg\u00e4rten &#8211; und von den Frauen selbst.\u201c<\/p>\n<p>Da stellt sich doch die Frage, was erwartet Frau eigentlich vom neuen Mann? Heute, fast auf den Tag 23 Jahre nach diesem Artikel. Ich k\u00f6nnte jetzt auch aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen plaudern, beschr\u00e4nke mich aber darauf, die Aussagen einer Mutter von zwei erwachsenen S\u00f6hnen wiederzugeben, die gut ausgebildet und frisch verheiratet kurz nacheinander V\u00e4ter geworden sind.<\/p>\n<p>Ihre ebenfalls gut ausgebildeten Partnerinnen haben nach der Geburt der Kinder ihre Berufe an den Nagel geh\u00e4ngt, k\u00fcmmern sich zu Hause liebevoll um den Nachwuchs und erwarten von ihren M\u00e4nnern, dass sie gen\u00fcgend Geld nach Hause bringen, bei gestiegenen Kosten und einem weggefallenen Einkommen keine leichte Aufgabe. Dass sie sich nach Feierabend liebevoll um ihre Kinder k\u00fcmmern und selbstverst\u00e4ndlich auch danach und am Wochenende die H\u00e4lfte der im Haushalt anfallenden Arbeiten erledigen und so den Partnerinnen auch Zeit f\u00fcr ihre Hobbys verschaffen. Die jungen M\u00e4nner versuchen diese Erwartungen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Die Mutter macht sich Sorgen wegen der Belastung ihrer S\u00f6hne, \u201eda wird wirklich zuviel von ihnen erwartet\u201c und um die Partnerschaften, f\u00fcr die kaum Zeit \u00fcbrig bleibt. In dem Zusammenhang f\u00e4llt mir dann auch das Ergebnis einer Online &#8211; Befragung von M\u00fcttern ein, die ein Kollege vor einigen Jahren durchgef\u00fchrt hat. Er ist fast vom Hocker gefallen, als er die Antworten der \u201aneuen\u2019 M\u00fctter auf die Frage: \u201eWie wichtig ist Ihnen der berufliche Erfolg ihres Partners?\u201c in den H\u00e4nden hielt. 95 Prozent hatten mit \u201eist mir wichtig\u201c und \u201esehr wichtig\u201c geantwortet. Das sind auch ein Vierteljahrhundert nach der Brigitte Initiative keine guten Bedingungen f\u00fcr neue V\u00e4ter.<\/p>\n<p><strong>Sie steht im Tor und er \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Keine Sorge, ich werde mich an dieser Stelle nicht noch einmal \u00fcber die deutschen Sommerm\u00e4dchen und die mit ihnen in Verbindung gebrachten Spr\u00fcche wie \u201a3. Platz ist was f\u00fcr Jungs\u2019 auseinandersetzen. Ich bin weder nachtragend noch besonders gerne schadensfroh. Es geht vielmehr um die Tore und T\u00fcren, in denen ganz normale Frauen und M\u00fctter stehen, ihrem Partner den Zugang verwehren und dar\u00fcber wachen, dass, wenn er schon in ihrem Reich t\u00e4tig wird, es gef\u00e4lligst so macht, wie sie sich das vorstellt.<\/p>\n<p>Es geht um \u201aMothering Gatekeeping\u2019, so wird das Ph\u00e4nomen schon seit 30 Jahren in der angels\u00e4chsischen Welt genannt und auch wissenschaftlich untersucht und beschrieben. Eine Sichtung und Zusammenfassung der Ergebnisse w\u00fcrde den hier zur Verf\u00fcgung stehenden Rahmen bei weitem sprengen, deshalb soll ein kurzer Streifzug durch nachvollziehbare Alltagserlebnisse ausreichen.<\/p>\n<p>Die Frage, die sich nicht nur \u201aBrigitte\u2019 seit langem stellt, warum \u00e4u\u00dfern so viele M\u00e4nner und V\u00e4ter in immer mehr Befragungen, sie m\u00f6chten mehr Zeit in Familie mit den Kindern verbringen und sich Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich aufteilen, und lassen sich dem zum Trotz am Schreibtisch festnageln? Verbale Aufgeschlossenheit und sozial erw\u00fcnschte Antworten bei weitgehender Verhaltensstarre, wie ein bedeutender Soziologe Mitte der 80er Jahre behauptete?<\/p>\n<p>\u201aBrigitte\u2019 sah dass schon 1988 etwas differenzierter, skizzierte die Rahmenbedingungen, die die traditionelle Rollenaufteilung beg\u00fcnstigen, und die haben sich erschreckenderweise seit dem kaum ver\u00e4ndert, und fragte dann nach dem Anteil, den ihre Leserinnen an der Aufgabenteilung haben. Lassen es M\u00fctter denn zu, dass ihre Partner im heimischen Reich ihre Ordnung durcheinanderbringen? Den Kindern viel zu d\u00fcnne Sachen anziehen und Farbkombinationen ausw\u00e4hlen, die jedem guten Geschmack und vor allem dem Farbkreis widersprechen?<\/p>\n<p>Das sind ja noch Dinge \u00fcber die Mann schmunzeln kann. Folgenreicher wird es schon, wenn Frau ihrem Partner gar nicht zutraut, dass er mit dem gemeinsamen Kind richtig umgehen kann. Wenn sie zum Beispiel am V\u00e4tertag in der Pekip Gruppe nur unwillig den Raum verl\u00e4sst, an der T\u00fcr lauscht und beim kleinsten Laut wieder in den Raum st\u00fcrmt um ihr Kind zu \u201astillen\u2019.<\/p>\n<p>Und da steht ja dann auch die Frage, was denn alles zur Hausarbeit geh\u00f6rt und wer die Qualit\u00e4tsma\u00dfst\u00e4be festlegt, nach denen sie ausgef\u00fchrt werden soll. In den zahlreichen Interviews mit V\u00e4tern frage ich auch immer danach, wie die arbeit im Haushalt aufgeteilt wird und wie diese Aufteilung zustande gekommen ist. Und da Ergebnis, ohne jetzt in die Details zu gehen: vor der Geburt ersten Kindes in den allermeisten F\u00e4llen gleichm\u00e4\u00dfig, auch was die Aufgabenbereiche angeht.<\/p>\n<p>Wenn dann die Familie gewachsen und dem Vater die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr den Erwerb zugewiesen worden ist, wird sein Einsatz in den heimischen vier W\u00e4nden zwar nach wie vor erwartet und auch selbstverst\u00e4ndlich geleistet, den Qualit\u00e4tsanspr\u00fcchen in Sachen Sauberkeit gen\u00fcgt er aber in vielen F\u00e4llen nicht mehr. Und all die Dinge, die sie nicht gerne macht: Steuererkl\u00e4rung, Gartenarbeiten, Reparaturen etc. sind ja keine Hausarbeit sondern Hobbys des Gatten.<\/p>\n<p>Und das ist h\u00e4ufig nicht Ergebnis einer bewussten Absprache, es hat sich einfach so \u201aergeben\u2019. Oder anders ausgedr\u00fcckt, wenn Mann erlebt, dass die Ergebnisse seiner T\u00e4tigkeit nie gut genug sind, er den imagin\u00e4re Anspr\u00fcchen auch gar nicht gerecht werden kann, macht er halt das, wof\u00fcr es Anerkennung gibt bzw. dem m\u00e4nnlichen Bereich zugeschrieben wird.<\/p>\n<p>Apropos Zuschreibung, zum Abschluss doch noch ein Ergebnis aus der umfangreichen Forschung zum Ph\u00e4nomen der m\u00fctterlichen T\u00fcrsteherinnen. Wenn dem Partner vor der Geburt des Kindes zugeschrieben wird, das er mit dem Kind gut umgehen kann, engagiert er sich auch in einem erheblich gr\u00f6\u00dferen Umfang.<\/p>\n<p><strong>Darf Mann das?<\/strong><\/p>\n<p>Die Elternzeit gemeinsam mit der Partnerin nehmen und dann auch noch das Elterngeld nutzen, um 2 Monate eine gemeinsame Reise zu finanzieren? Die Elternzeit und die Partnermonate sind dem Krabbelalter inzwischen entwachsen und es ist sicherlich angebracht, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen, Erfolge oder Fehlentwicklungen aufzuzeigen, vor allem aber Weiterentwicklungsbedarfe zu benennen.<\/p>\n<p>Das V\u00e4ter die Elternzeit nutzen und nebenbei ein Buch dar\u00fcber schreiben, wenn sie die Zeit dazu finden, was soll\u2019s. Manche haben es in die Bestsellerlisten geschafft, die meisten sind wohl eher Ladenh\u00fcter geblieben. Eines dieser B\u00fccher, das ausnahmsweise von der Mutter geschrieben wurde, hat jedoch die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich gezogen. Es schildert die zweimonatige Reise der jungen Eltern mit dem kleinen Nepomuk entlang der Seidenstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Da haben wir es also: V\u00e4ter, die es sich sowieso leisten k\u00f6nnen, missbrauchen die Sozialleistung Elterngeld, um sich einen verl\u00e4ngerten Urlaub zu g\u00f6nnen. Dieses Argument fehlt seit der Ver\u00f6ffentlichung des Reiseberichts in kaum einer Kritik an den Regelungen zur Elternzeit. Dazu kommt die Behauptung, dass die Geburtenrate ja auch weiterhin auf niedrigem Niveau verharre und die V\u00e4ter \u201anur\u2019 die zwei Monate, in der Regel sogar gemeinsam mit der Partnerin verbringen. Die geforderten Konsequenzen gehen bis hin zur Abschaffung des Elterngeldes und die Verwendung der Mittel f\u00fcr den Ausbau der Kinderbetreuung.<\/p>\n<p>Kinderbetreuung ist auch wichtig. Fakt ist aber, die zwei Partnermonate stehen im Gesetz. Bis heute ist daran, trotz der Ank\u00fcndigungen aller Parteien vor der letzten Bundestagswahl, nichts ge\u00e4ndert worden. Auch die kostenneutrale Variante, entsprechend dem isl\u00e4ndischen Modell: nach dem Mutterschutz 4 Monate f\u00fcr die Mutter, 4 f\u00fcr den Vater und 4 weitere zur freien Verf\u00fcgung, wurde erst k\u00fcrzlich wieder von der Familienministerin mit der Begr\u00fcndung, das k\u00f6nne man den M\u00fcttern nicht zumuten, abgelehnt. Auch die Regelungen zur Elternteilzeit, die V\u00e4tern und M\u00fcttern eine partnerschaftlichere Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit erm\u00f6glichen w\u00fcrden, liegen auf Eis.<\/p>\n<p>Die 2 Monate sind aber ein Anfang. Wenn sie am Anfang der neuen Lebensphase, dem \u00dcbergang zur Elternschaft, gemeinsam genutzt werden, entfalten sie eine besondere Wirkung. Mann und Vater kann n\u00e4mlich erleben, dass es die geborene Mutter nicht gibt und seine Partnerin genauso wie er anf\u00e4ngt etwas Neues zu lernen. Wenn Mann sich ebenfalls darauf einl\u00e4sst, lernt er es in gleicher Weise und bekommt eine ganz andere Beziehung zu dem Kind. Von Anfang an.<\/p>\n<p>Dabei spielt es dann eine nach geordnete Rolle, ob diese Lernprozesse in der heimischen Wohnung oder im Wohnmobil unterwegs stattfinden. Letzteres erh\u00f6ht sogar noch die Intensit\u00e4t des gemeinsamen Erlebens. Und zu den weiteren Einw\u00e4nden: Das Elterngeld ist mitnichten eine Geb\u00e4rpr\u00e4mie sondern eine Lohnersatzleistung. Die Ursache f\u00fcr den Stillstand bei den Geburten, in Deutschland liegt die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau schon lange bei ca. 1,35, liegt ganz sicher nicht bei den Elterngeldregelungen. Im Gegenteil, ein Blick zum Beispiel in die skandinavischen L\u00e4nder zeigt, dass hierzulande jahrzehntelang die W\u00fcnsche von Frauen und M\u00e4nner, Beruf und Familie besser vereinbaren zu k\u00f6nnen, str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt wurden.<\/p>\n<p>Um zur Ausgangsfrage zur\u00fcckzukommen. Ich m\u00f6chte alle V\u00e4ter ermutigen, die Elternzeit in Anspruch zu nehmen und die acht, besser nat\u00fcrlich 26 oder mehr Wochen zu nutzen, intensive Erfahrungen mit ihrem Kind und der Partnerin in der neuen Lebensphase zu machen. Wenn es passt gerne auch im Wohnmobil, auf einer Insel oder in den Bergen. Ein Buch muss dabei aber nicht unbedingt herausspringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Magazin Lob, der &#8218;Zeitschrift f\u00fcr berufst\u00e4tige M\u00fctter und V\u00e4ter&#8216; schreibe ich eine V\u00e4terkolumne, in der kontroverse Sichtweisen rund um die Aufgabenteilung zwischen V\u00e4tern und M\u00fcttern in Beruf und Familie aufgegriffen und ausgeleuchtet werden. In der vierten Ausgabe geht es um ein politisches Reizthema: die &#8218;Quote&#8216;, die obwohl bislang lediglich diskuiert, angeblich schon eine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5598"}],"collection":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5598"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5598\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6012,"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5598\/revisions\/6012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vaeter-und-karriere.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}