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‚Vater und Sohn‘ – Ausstellung in Troisdorf

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 1. März 2018

Das Bilderbuch Museum in Troisdorf zeigt die ‚Vater und Sohn‘-Geschichten von e.o.plauen in einer Ausstellung und ergänzt die historischen Werke um die moderne Aufarbeitung der Comic-Reihe durch Ulf K. und Marc Lizano. Väter und Söhne, Eltern und Kinder können sich bis zum 1. Juli 2018 ein eigenes Bild machen von der stummen Erzählkunst dreier Comiczeichner aus zwei Jahrhunderten, die ein ewiges Thema beschreiben: Vater und Sohn. Denn ein Zitat Erich Ohsers trifft auf alle zu: “Ich bin als Kind geboren und habe mich zum Vater emporgearbeitet – habe sozusagen von der Pike auf gedient.

‚Vater und Sohn‘ – dies sind heitere Bildergeschichten in Schwarz-Weiß, zumeist ohne Worte erzählt. Im Mittelpunkt aller Bilderfolgen stehen ein strubbelhaariger Sohn und ein kugelförmiger Vater mit Glatze und Schnauzbart. Beide, Vater und Sohn, bilden ein liebevolles Gespann, das zumeist damit befasst ist, die Probleme des Alltags zu bewältigen. Zum ersten Mal erschien die Bilderfolge am 13. Dezember 1934 mit dem Titel „Der schlechte Hausaufsatz“ und wurde schnell zum großen Erfolg – und damit auch Ziel für Propagandazwecke des „Dritten Reichs“, dem Erich Ohser alias e.o.plauen (1903 – 1944) von Grund auf ablehnend gegenüberstand. Als Buchillustrator, vor allem als Karikaturist hatte er mit diffamierenden Zeichnungen den Hass der Nationalsozialisten auf sich gezogen. Die Folge war ein Berufsverbot, das erst durch das Zulegen seines Pseudonyms e.o.plauen und unter der Auflage, sich nicht mehr politisch zu betätigen, aufgehoben werden konnte. Die Denunziationsschrift seines Nachbarn führte 1944 trotzdem zur Verhaftung und zum Selbstmord des Illustrators.

Mehr als 80 Jahre später gelang es dem Duo Ulf K. und Marc Lizano „Neue Geschichten von Vater und Sohn“ ins Leben zu rufen. Traditionell in der Art „stumm“ zu erzählen und die Protagonisten in ihren „klassischen“ Erscheinungsformen auftreten zu lassen, siedeln die „Neuen Geschichten“ mit Stil und Inhalten in unserer Jetztzeit. Damit wirken sie alt und neu zugleich und bilden damit eine gelungene Reminiszenz an Vergangenes ohne zu kopieren.

Quelle

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