Appell zur Einrichtung eines ministeriellen Referates „Politik für Jungen, Männer und Väter“
Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 3. Mai 2012
Das Kölner Männer und Väter Forum hat anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl in NRW folgenden Appell an Parteien CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke und Piraten gerichtet:
‚Sehr geehrte Damen und Herren,
vielleicht werden Sie ja maßgeblich an der künftigen Landespolitik auch über die anstehende Legislaturperiode hinaus mitwirken können. Wir sind ein sehr bekanntes Forum für Fachkräfte aus Beratung, Bildung und Forschung. Seit 1999 vernetzen wir unsere Angebote für Männer, Väter und Kinder über den Großraum Köln hinaus. Wir sind eines der größten und stabilsten Netzwerke dieser Art in Deutschland. Unsere Mitglieder beteiligen sich regional, landes- und bundesweit an diversen Foren und Projekten für eine fortschrittliche Männer- und Väterpolitik.
Ein entsprechendes ministerielles Referat fehlt bislang in NRW, es könnte etwa den Referatsnamen „Politik für Jungen, Männer und Väter“ tragen.
Dieses spezielle Referat für ‚Jungen-, Männer- und Väterpolitik’ auf einer ministerialen Ebene könnte mit den aktuellen gender-mainstream und Gleichstellungsbestrebungen von Jugendhilfe, Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft, Medien, Gewerkschaften und Arbeitgebern kooperieren und ihre gesellschaftliche Verankerung stärken.
In diesem Referat stehen unserer Meinung folgende Schwerpunkte nach im Vordergrund, um nachhaltig die Chancen von Männern zu erhöhen, ihren „Rollen-Spielraum“ in der Balance zwischen Beruf, Familie und Freizeit zu erweitern:
DIALOG FÖRDERN Der Dialog zwischen den beiden Geschlechtern, über eine Gleichberechtigung und Chancengleichheit ist frühzeitig zu fördern. Häufig werden die Begriffe „Familie“ oder „Eltern“ in der Politik verwendet, aber in der Realität sind damit „Mütter“ gemeint. Väter brauchen daher eine ausdrückliche Hervorhebung.
DATENBERICHTE Jungen-, männer- und väterspezifische Daten sind zusammenstellen, zu interpretieren und einzufordern, z.B. in allen NRW-Regierungs-/Landesberichten zu Kindheit, Jugend, Familie, Schule, Gesundheit, Migration, Arbeitswelt, Justiz, Sport, Alter, Wohnen etc.
ORIENTIERUNG, BILDUNG und BERATUNG Wo haben Jungen, Männer und Väter – auch Großväter – diverser Milieus und Lebenslagen besonderen Orientierungsbedarf? Wie findet dafür spezifische Bildung und Beratung für Männer und Väter statt, zum Beispiel in Kitas, Schulen, Erwerbswelt, Gesundheitswesen, Freizeit?
Öffentliche Kampagnen sind zu konzipieren, die flexible Geschlechtsrollen und Familienfreundlichkeit bei Jungen und Männern fördern, vgl. NRW-Kampagne fürs Vatersein „Verpass nicht die Rolle Deines Lebens“ (Anfang der Jahrtausendwende)
KOOPERATION mit ERWERBSWELT Mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und öffentlicher Hand sind die Möglichkeiten einer Förderung der männlichen Balance zwischen Beruf, Familie und Freizeit zu nutzen, um typische Vereinbarkeitsprobleme der Männer zu entspannen, etwa in Elternzeit, Erziehungszeit, Großelternzeit, Pflege von Familienangehörigen oder in Ehrenämtern.
FORSCHUNG Forschungsförderung zu oben genannten Themen ist dringend nötig, wobei auch zu unterscheiden ist zwischen Daten und Projekten, die Männer betreffen oder Väter oder beide. Und innerhalb der Zielgruppe „Väter“ ist zu unterscheiden, z.B. in Erstväter, Mehrfachväter, Großväter und in milieutypische Profile, etwa Einwanderungshintergründe …
PROJEKTFÖRDERUNG Um die aus Forschungsergebnissen abgeleiteten Ziele und Empfehlungen in die Praxis umzusetzen, sind konkrete Projekte zur Väterarbeit zu fördern. Etwa Audits zur „Väterfreundlichkeit“ in Betrieben, Schulen und Jugendhilfe-Einrichtungen
NETZWERKE In Netzwerken auf Bundesebene sind Dialoge mit ähnlichen Referaten anderer Bundesländer über NRW-Anliegen zu etablieren. Regionale Männer- und Väterinitiativen auf Landesebene sind zu vernetzen, ein „Männer-Väter-Forum NRW“ für Politiker, Praktiker und Forscher ist jährlich zusammen zu rufen.
Ansprechpartner für Männer- und Väterbelange sind in den diversen Unterorganisationen (Bezirksregierungen, Landesjugendämtern, Kommunen, Kreise) zu etablieren.’








