der VÄTER Blog

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Mütter als Gluckhennen und Torwächterinnen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 4. Juli 2011

In den USA sorgte vor 3 Jahren Lenore Skenazy, Kolumnistin der „New York Sun“, für Aufregung. Sie ließ ihren neunjährigen Sohn auf dessen ausdrücklichen Wunsch in New York mit der U-Bahn allein nach Hause fahren und berichtete über den gelungenen Versuch. Sie sieht sich als Leitfigur einer Bewegung, die Kindern wieder mehr Bewegungsfreiheit einräumen will.

Wo der Behütungswahn hierzulande beginnt, lässt ein Kolumne von Anja Maier in der gestrigen sonntaz erahnen:

‚“Väter massieren ihre Babys“ heißt diese Veranstaltung im städtischen Geburtshaus. Eine Stunde lang, erzählt Robert, treffen sich da sechs Väter, für zwölffuffzich Gebühr kneten sie an ihren geliebten Kindern rum und plaudern. Natürlich gibt es eigentlich eine zertifizierte Massagetechnik, das muss in Deutschland so sein. Aber, sagt Robert, „das hat man ja nach zehn Minuten kapiert, wie das geht. Und jetzt quatschen wir eigentlich die ganze Zeit.“ Ein angenehmer Termin ist das, findet er. Und das findet auch Dana, seine Frau, denn sie hat dann endlich mal eine Frieda-Pause, Zeit für sich.

Andere Mütter sehen das offenbar nicht so. Bei denen handelt es sich um die Frauen der massierenden Väter, die nicht nur ihr Kind, sondern gleich auch noch ihren Mann beim Kursleiter abgeben und dann darauf warten, endlich wieder die Herrschaft übernehmen zu dürfen. Eigentlich, erzählt Robert, sollen die Mütter weggehen, spazieren, Kaffee trinken, egal. Aber sie hauen einfach nicht ab. Und deshalb musste die Geburtshaus-Verwaltung einen extra Warteraum für misstrauische Mütter einrichten. Da sitzen sie nun. Robert nennt sie „die Stillrobben“. Fängt ihr Baby an zu maunzen, lassen sie es sich nach nebenan reichen und geben ihm die Brust.’

Mann könnte darüber schmunzeln, aber diese ‚Gluckhennen’, in den USA heißt das Phänomen ‚Maternal Gatekeeping’, hindern Väter nicht nur daran, ihre Verantwortung wirklich wahrzunehmen, sondern beklagen sich hinterher auch noch darüber, das sie alles alleine machen ‚müssen’.

Quelle

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