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Neue Väter brauchen Zeit für ihre Kinder

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 30. März 2008

Mehr als zwei Drittel aller Väter wollen mehr sein als nur die Ernährer ihrer Kinder. Das zweigen verschiedene Untersuchungen nun schon seit fast zwei Jahrzehnten. Der Begriff des ‚neuen Vaters ist ja auch keine Erfindung von Ursula von der Leyen sondern entstand im Anschluss an die Studie ‚Der Mann’ Mitte der 80er Jahre.

Die Rolle dieses neuen Vaters hat die Erziehungswissenschaftlerin Jeannette Abel in ihrer Diplom-Arbeit an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erneut untersucht.

In Interviews mit Vätern zwischen 27 und 37 Jahren zeigte sich, dass die Männer heute eine alltäglichere und intensivere Beziehung zu ihren Kindern haben als dies bei ihnen selbst und ihren eigenen Vätern der Fall war. Alle Befragten wollen ein partnerschaftliches Verhältnis zu ihren Kindern aufbauen.

Bei der Umsetzung dieser Vorstellung gibt es aber deutliche Unterschiede zwischen den Männern:

Die ‚oberflächlich-engagierten‘ Väter haben aufgrund ihrer traditionellen Männlichkeitsvorstellungen keinen ausgeprägten Zugang zum Kind. Ihr Bedürfnis nach gemeinsam verbrachter Zeit ist am geringsten.

Die ‚unsicher-ambivalenten‘ Väter lassen sich zwar mehr auf die Elternschaft ein, überlassen aber der Mutter die Hauptrolle.

Die meisten Befragten gehörten jedoch zum Typ ‚aktiv-involvierter‘ Vater, bei dem fast keine Vorstellung mehr von einer geschlechterspezifische Arbeitsteilung besteht. Diese Väter sind die einzigen, die das Berufsleben nicht vor ihre Kinder stellen. Ihre Beziehung zum Nachwuchs ist genauso intensiv wie die zwischen Mutter und Kind.

Müssen andere Männer oft erst gedrängt werden, Aktivitäten mit ihrem Kind zu unternehmen, suchen diese Väter von sich aus die Nähe zu ihren Kindern, indem sie sie beispielsweise abends ins Bett bringen.

Zu welchem Vatertyp der Mann wird, hängt unter anderem von seinen biographischen Erfahrungen, den Erwartungen der Kindsmutter und von den aktuellen Lebensbedingungen wie der Berufstätigkeit ab.

Nach Ansicht der Wissenschaftlerin zeigt die Untersuchung, dass die Ansprüche an eine aktive Vaterschaftsgestaltung mittlerweile fest in unserer Gesellschaft verankert sind. Eine rein traditionelle Vaterrolle einzunehmen, sei unter den gegenwärtigen Bedingungen kaum noch möglich.

Wichtig sei es, dass zukünftig bessere Rahmenbedingungen für ein häufigeres Zusammensein der Männer mit den Kindern geschaffen würden. So müsste den Vätern die Chance auf Teilzeitarbeit eröffnet werden. Es zeigt sich nämlich, dass durch den Kontakt zum Kind der Wunsch nach einer intensiveren Zuwendung zum Nachwuchs verstärkt wird.

Wer zu Beginn der Vaterschaft Schwierigkeiten hatte, sich auf die neue Rolle einzulassen, kann durch intensive Erfahrungen mit dem Kind zu machen schließlich doch zum aktiven Vater werden.

Quelle

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