der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

Wir werden noch gebraucht, meine Herren

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 26. März 2008

Während die neuen Frauen sich zunehmend deutlicher dazu äußern, was sie wollen und was sie von den Männern erwarten, zuletzt in der Untersuchung der Zeitschrift Brigitte, halten sich die Männer in der Debatte ‚vornehm‘ zurück.

,Junge Frauen wollen Beruf und Kind’ titelt die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post und zitiert Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums in Berlin: ‚Die Zeit des entweder oder ist vorbei, jetzt zählt das UND’.

UND das geht natürlich nicht ohne die passenden Partner, Männer. Aber wie verhalten die sich und wo äußern sie sich so eindeutig? Leider noch viel zu selten.

Das gibt Martina Wimmer, Autorin des Titels: „Der Mann. Comeback eines Auslaufmodells„, die Gelegenheit, sich in der Welt am Sonntag über die ‚Männerfrage’ auszulassen:

‚… Wann ist ein Mann ein Mann? Selbstbeherrschung, Mut und Angriffslust weist Wikipedia als typisch männliche Eigenschaften aus. Der Mann indes kränkelt unter dem Phantomschmerz des „gefühlten Machtverlusts“, so hat die Psychologie diagnostiziert. …

Seinen Willen zur Gleichberechtigung lebt der Mann im Waxing-Studio aus, wo er sich schreiend die Brusthaare trimmen lässt, bevor er in unserer Lieblingsparfümerie eine Männerpflegeserie gegen verfrühten Faltenwurf ersteht.

Leider imponiert nicht mehr viel am Mann. Er reduziert sich darauf, möglichst auffällig die Federn zu spreizen. Retter, Helden, Visionäre, die haben sich in den männlichen Machtzentren rargemacht. Die Herren Drahtzieher und Entscheider, die so überzeugt ihre Vormachtstellung leben, fliehen im Krisenfall vor Ämtern und Verantwortung, rühren Affären an, lassen schmutzige Gelder fließen.

Die weniger Gefährlichen sitzen derweil im ICE-Abteil und hacken autistisch auf ihre BlackBerrys ein, während Frauen am Rande des Bandscheibenvorfalls Schrankkoffer in die Gepäcknetze hieven. Als würden sie heimlich denken: Ihr könnt doch sonst alles allein. Werdet schon sehen, wo ihr ohne unsere Stärke hinkommt.

Wann ist ein Mann ein Mann? Das amerikanische Magazin „Newsweek“ kündigte unlängst vollmundig die Rückkehr des Männlichen an. Als Beleg dafür diente die Meldung, dass in den Praxen der Schönheitschirurgen die Nachfrage nach Brust- und Barthaarimplantaten ebenso steige wie nach maskulinen Nasen- und Kinnpartien.

Als könnte man einfach so hinoperieren, was verloren gegangen scheint. Als würde ein kantiges Kinn schon zeigen, wo es langgeht. Und wenn er aus der Narkose aufwacht, weiß er immer noch nicht, ob er zum Drachentöterkurs angemeldet ist oder zum Heulseminar.’

Das ist sicherlich zugespitzt, aber im Kern wahr. Die Erwartungen an ‚den Mann’ sind sehr widersprüchlich und dementsprechend oszilliert die Nadel unseres Selbstverständnisses manchmal zwischen den Extremen, aber es hilft nichts, da müssen wir durch.

UND einfacher ist es allemal, den Prozess proaktiv (mit) zu gestalten und sich in der Beziehung und am Arbeitsplatz zu dem zu bekennen, was Mann möchte und nicht irgendwann die Schuld auf die misslichen Sachzwänge zu schieben. Die haben wir lange genug mit gestaltet.

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