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Die ‚Generation Praktikum‘ verlässt Deutschland

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 26. Oktober 2006

Mehr Deutsche als jemals zuvor sind im letzten Jahr aus der Bundesrepublik fortgezogen. Rund 145.000 Bürger verlegten ihren Wohnsitz ins Ausland – so viele wie seit 1950 nicht, als das Statistische Bundesamt mit der Erfassung solcher Wegzüge begann.

Während die Arbeitgeber dafür alleine die hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland verantwortlich machen, liefert der Psychologe Joachim E. Lask vom WorkFamily-Institut eine differenziertere Erklärung:

Weit mehr als die Hälfte der deutschen Emigranten sind unter 35 Jahre und damit meist hoch qualifizierte Fachkräfte. “Menschen suchen nach guten Realisierungschancen ihrer zwei Topthemen im Leben ‚Familie und Arbeit‘. Staaten, die bes­sere Betreuungsstrukturen, familiengerechtere Steuersysteme ha­ben und insgesamt ein familienfreundliches Gesellschaftsklima bieten, ha­ben deutliche Standortvorteile für qualifizierte Fachkräfte“.

Dies bestätigt auch Christina Bausch, die beim katholischen Raphaelswerk Abwanderer berät und seit gut zwei Jahren einen wahren Ansturm verzeichnet in der Zeit: »Mit der Arbeitslosigkeit hat es viel zu tun, aber auch mit Unzufriedenheit am Arbeitsplatz oder mit der Zukunft der Kinder.« Private Gründe können so vielfältig sein wie die Liebe zur spanischen Sonne, zur Kinderfreundlichkeit der Norweger oder zur Toleranz der Briten. »Viel hat mit der sozialen Kälte in Deutschland zu tun«, glaubt Bausch. Das kann schwerer wiegen als Geld.

Auch hier sind die statistischen Zahlen vom Bundesamt (2002) eindeutig: die Bedeutung von Familie in den Einstellungen der Menschen ist ungebrochen hoch. Dies gilt besonders für junge Menschen aber auch für alle anderen Altersgruppen. 70 Prozent der 18 bis 30-jähri­gen ist der Ansicht, dass man Familie braucht um glücklich zu sein. Mit zunehmendem Alter steigt diese Zahl sogar auf 80 Prozent.

Wie eine gelingende Work-Family-Balance auch mit erhöhter Mobilitätsanforderung an Mitarbeiter gelingen kann, ist auch das Thema des dies­jährigen WorkFamily-Kongresses, unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen, in Frankfurt am Main. Zu­kunfts­forscher Matthias Horx spricht darüber wie Leben zwischen „Fast Burnern und Life-Work-Seilartisten“ gelingen kann und Bestsellerautor und Wissenschaftler Dr. Peter Wendl präsentiert seine aktuellen Konzepte zur Vorbereitung, Begleitung und Reintegration von Paaren in Fern- und Wochenendbeziehungen. Zudem zeigt Joachim E. Lask auf, wie der informelle Lernort Familie für die Personalentwicklung optimal genutzt werden kann.

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